Vertrauen in den Staat sinkt weiter

11. Dezember 2025
1 min Lesezeit

Vertrauen in den Staat sinkt weiter

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Vertrauen in deutsche Institutionen sinkt drastisch

() – Das Vertrauen der Deutschen in staatliche Institutionen, Parteien und Medien sinkt. Das ist das Ergebnis einer Meinungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der FAZ. Seit dem Jahr 2021 hat das Vertrauen demnach kontinuierlich abgenommen. Die Institution, die noch immer das mit Abstand meiste Vertrauen genießt, ist das Bundesverfassungsgericht. Ihm vertrauen demnach 63 Prozent der Bevölkerung. Vor vier Jahren lag dieser Wert indes noch bei 81 Prozent.

Ähnlich groß ist der Vertrauensverlust, den die Medien in dieser Zeit erlitten haben: Nach 39 Prozent im Jahr 2021 vertrauen ihnen nun nur noch 22 Prozent der Befragten. Gleichfalls um 20 Prozentpunkte gefallen ist seither das Vertrauen in die Bundesregierung – von 48 auf 28 Prozent. Allerdings war hier der Tiefpunkt mit 23 Prozent im Jahr 2023 erreicht. Dem Bundestag vertrauen nur noch 36 Prozent der Befragten, den Parteien sogar nur noch 17 Prozent.

Das große Vertrauen in das Bundesverfassungsgericht geht indes mit relativ geringem Interesse an dessen Arbeit und Wissen über seine Funktionsweisen einher. Nur 23 Prozent der Befragten gaben an, sie interessierten sich für die Entscheidungen der Karlsruher Richter. Auf die Frage, ob der Einfluss des Gerichts zu groß oder zu gering sei, antworteten 31 Prozent der Befragten mit „Unentschieden“. Nur 14 Prozent der Befragten haben auch die Berichterstattung zum Streit über die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin näher verfolgt.

Allerdings sah eine Mehrheit in diesem Vorgang keinen Skandal: 54 Prozent der Befragten hielten es für richtig, dass die Abgeordneten eine Kandidatin nicht wählen, von der sie nicht überzeugt sind. Diese Ansicht war mit 46 Prozent auch unter Anhängern der SPD in der relativen Mehrheit, die Brosius-Gersdorf vorgeschlagen hatte. Prinzipiell zeigt sich die Bevölkerung aber skeptisch gegenüber der Richterwahl durch Politiker: Nur 21 Prozent halten sie für richtig. Ein erstaunlich hoher Anteil der Befragten glaubt, Entscheidungen selbst besser als Politiker oder Richter treffen zu können: Das sind in beiden Fällen fast 50 Prozent.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 22. November und dem 4. Dezember 1.029 Personen persönlich-mündlich befragt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Deutscher Bundestag (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Vertrauen der Deutschen in staatliche Institutionen, Parteien und Medien sinkt seit 2021.
  • Bundesverfassungsgericht hat noch das höchste Vertrauen (63 Prozent), Medien nur noch 22 Prozent.
  • Skepsis gegenüber Richterwahl durch Politiker und der Glaube, Entscheidungen besser treffen zu können, sind verbreitet.

Warum ist das wichtig?

  • Vertrauensverlust in staatliche Institutionen gefährdet die Demokratie.
  • Niedriges Vertrauen in Medien und politische Parteien gefährdet die politische Teilhabe.
  • Hohe Skepsis gegenüber Einfluss von Politik auf Justiz mindert rechtliches Vertrauen.

Wer ist betroffen?

  • Bevölkerung
  • Medien
  • Parteien

Zahlen/Fakten?

  • 63 Prozent der Bevölkerung vertrauen dem Bundesverfassungsgericht (81 Prozent vor vier Jahren).
  • Medienvertrauen sank von 39 auf 22 Prozent.
  • Vertrauen in die Bundesregierung fiel von 48 auf 28 Prozent (Tiefpunkt 23 Prozent in 2023).

Wie geht’s weiter?

  • Anstieg von Misstrauen in staatliche Institutionen, Parteien und Medien
  • Niedrigere Zustimmungswerte für Entscheidungsträger und deren Methoden
  • Skepsis gegenüber Richterwahlen durch Politiker bleibt bestehen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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