Union und SPD gegen Komplett-Abschaffung freiwilliger Leistungen

23. Februar 2026
1 min Lesezeit

Union und SPD gegen Komplett-Abschaffung freiwilliger Leistungen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesundheitsreform: Diskussion in Berlin

() – Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD erteilen der Forderung des Kassenärzte-Chefs eine Absage, die freiwilligen Leistungen der Krankenkassen abzuschaffen.

„Der Vorschlag, freiwillige Satzungsleistungen der Krankenkassen vollständig abzuschaffen, greift zu kurz und lenkt aus meiner Sicht vom eigentlichen Reformbedarf ab“, sagte Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dem „Stern“.

Auch die Sozialdemokraten äußerten sich skeptisch. „Wer den Eindruck erweckt, man könne durch das Streichen einzelner Zusatzleistungen die gesetzliche Krankenversicherung nachhaltig sanieren, greift zu kurz“, sagte Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Beitragsmittel seien Solidarmittel, jede Ausgabe müsse am medizinischen und evidenzbasierten Nutzen gemessen werden. Doch: „Das strukturelle Finanzierungsproblem lösen wir damit nicht.“

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte gefordert, die freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen komplett abzuschaffen. Dazu zählen etwa professionelle Zahnreinigungen, aber auch umstrittene Behandlungsmethoden wie Homöopathie.

„Symboldebatten über freiwillige Leistungen helfen nicht weiter“, sagte CDU-Gesundheitsexpertin Simone Borchardt. Sie pocht auf „echte Strukturreformen“, etwa bei der Effizienz in der Versorgung und dem Abbau von Doppelstrukturen. Auch würde die Abschaffung freiwilliger Leistungen die „strukturellen Finanzprobleme“ der gesetzlichen Krankenversicherung nicht lösen.

Ähnlich argumentiert SPD-Mann Pantazis. Leistungen ohne wissenschaftlich belegbaren Nutzen gehörten zwar auf den Prüfstand, sagte er. „Gleichzeitig müssen wir aber ehrlich bleiben: Selbst, wenn freiwillige Satzungsleistungen in einer Größenordnung von rund einer Milliarde Euro eingespart würden, betrifft das nur einen Bruchteil der GKV-Gesamtausgaben von über 300 Milliarden Euro jährlich.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • CDU/CSU und SPD lehnen die Forderung ab, freiwillige Leistungen der Krankenkassen abzuschaffen.
  • Der Vorschlag wird als unzureichend angesehen, um das strukturelle Finanzierungsproblem der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen.

Warum ist das wichtig?

  • Ablehnung der Abschaffung freiwilliger Leistungen zeigt den Wunsch nach strukturellen Reformen im Gesundheitswesen.
  • Diskussion über Beitragsmittel und evidenzbasierten Nutzen ist entscheidend für nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Fokus auf Effizienz und Vermeidung von Doppelstrukturen könnte langfristige Lösungen bieten.

Wer ist betroffen?

  • Kassenärzte-Chef Andreas Gassen
  • Gesetzliche Krankenkassen
  • Gesetzlich Versicherte

Zahlen/Fakten?

  • 1 Milliarde Euro Einsparungen durch Abschaffung freiwilliger Leistungen
  • Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung über 300 Milliarden Euro jährlich
  • Kassenärztlicher Vorsitzender fordert komplette Abschaffung freiwilliger Leistungen

Wie geht’s weiter?

  • Fortführung der Debatte um Strukturreformen im Gesundheitssystem
  • Prüfung und mögliche Revisionsmaßnahmen für freiwillige Satzungsleistungen
  • Fokus auf Effizienzsteigerung und Abbau von Doppelstrukturen in der Versorgung
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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