"Übergewinnsteuer" brachte dem Staat fast 2,5 Milliarden Euro

4. Dezember 2025
1 min Lesezeit

"Übergewinnsteuer" brachte dem Staat fast 2,5 Milliarden Euro

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Wirtschaft: Übergewinnsteuer in Deutschland 2023

() – Die Einführung einer „Übergewinnsteuer“ auf krisenbedingte Extraprofite großer Energiekonzerne nach dem russischen Überfall auf die hat dem deutschen Staat mehr Geld eingebracht als seinerzeit erwartet worden war. Das geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums hervor, das die Grünen-Abgeordnete Katharina Beck angefordert hatte und über das die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet.

Demnach waren von der neuen Abgabe 2022 und 2023 jeweils 13 Unternehmen betroffen, die im ersten Jahr insgesamt 1,983 Milliarden und im zweiten 465 Millionen Euro an Steuerzahlungen beim Fiskus anmeldeten. Bei jeweils zwei Firmen wurde für einen Gesamtbetrag von 160 beziehungsweise 106 Millionen Euro der Steuervollzug zunächst ausgesetzt. Erwartet worden waren bei Verabschiedung des Gesetzes Gesamteinnahmen von gut einer Milliarde Euro.

„Mit dem EU-Energiekrisenbeitrag konnten wir knapp 2,5 Milliarden Euro der krisenmöglichen Übergewinne im Öl- und Gassektor abschöpfen, die rund um den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine unbestrittenermaßen erzielt wurden“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion der Zeitung. „Das ist ein wichtiger Erfolg und zeigt: Das Instrument der Übergewinnsteuer kann in außergewöhnlichen Marktphasen einen fairen Beitrag leisten.“

Das Thema Übergewinnsteuer wird dieser Tage in Berlin erneut debattiert. Im Fokus steht diesmal die Rüstungsindustrie, die sich angesichts massiv steigender Verteidigungsausgaben in und Europa nicht nur vor Aufträgen nicht retten kann, sondern deren Produkte angesichts der hohen Nachfrage und der kleinen Zahl von Anbietern auch immer teurer zu werden drohen.

Von der bisher letzten Übergewinnsteuer betroffen waren Erdöl-, Gas-, Kohle- und Raffineriekonzerne, die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von den explosionsartig gestiegenen Energiepreisen profitierten und zusätzliche Gewinne in teils dreistelliger Millionenhöhe einfuhren. Sie mussten „Überschusserlöse“, die mehr als ein Fünftel über dem Durchschnitt der Vorjahre lagen, 2022 und 2023 mit zusätzlich 33 Prozent versteuern. Formell war vom „EU-Energiekrisenbeitrag“ die Rede, weil die Europäische Union die Sonderabgabe nach langer Debatte schließlich vorschrieb, der damalige Finanzminister Christian Lindner (FDP) den Begriff Übergewinnsteuer wie auch die Abgabe selbst jedoch eigentlich ablehnte.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euroscheine (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Einführung einer "Übergewinnsteuer" auf krisenbedingte Extraprofite großer Energiekonzerne nach dem russischen Überfall auf die Ukraine
  • Steuerzahlungen von betroffenen Unternehmen lagen 2022 bei 1,983 Milliarden Euro und 2023 bei 465 Millionen Euro
  • Diskussion über die Übergewinnsteuer fokussiert sich jetzt auf die Rüstungsindustrie aufgrund steigender Verteidigungsausgaben

Warum ist das wichtig?

  • Zusätzliche Einnahmen für den Staat aus der Übergewinnsteuer zur Bekämpfung der Inflation und Krisenfolgen
  • Beitrag zur Fairness im Energiesektor durch Abschöpfung überhöhter Gewinne während der Krise
  • Potenzial für die Ausweitung der Übergewinnsteuer auf andere Branchen, wie die Rüstungsindustrie, in Krisenzeiten

Wer ist betroffen?

  • 13 Unternehmen
  • Erdöl-, Gas-, Kohle- und Raffineriekonzerne
  • Rüstungsindustrie

Zahlen/Fakten?

  • 1,983 Milliarden Euro Steuerzahlungen 2022
  • 465 Millionen Euro Steuerzahlungen 2023
  • Erwartete Gesamteinnahmen von über 1 Milliarde Euro

Wie geht’s weiter?

  • Fortsetzung der Debatte über die Übergewinnsteuer in Berlin
  • Diskussion über mögliche Ausweitung auf die Rüstungsindustrie
  • Prüfung der Steuererhebungen aus der Energiewirtschaft und deren Auswirkungen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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