Sozialverband kritisiert Frühstartrente als "risikobehaftet"

22. Juli 2026
1 min Lesezeit

Soziales: SoVD kritisiert Frühstartrente

() – Der Sozialverband (SoVD) reagiert zurückhaltend auf die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für die neue Frühstartrente.

„Die Idee, bereits ab dem Kindesalter für die Alterssicherung vorzusorgen, ist grundsätzlich nachvollziehbar und begrüßenswert“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es stelle sich jedoch die Frage, ob dies wirklich über ein „risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell“ erfolgen müsse. Diese Maßnahme dürfe nicht wieder wie bei der Riesterrente in erster Linie den Versicherungskonzernen nutzen. Aus Sicht des SoVD wäre es sinnvoller gewesen, alle Kraft in die Stärkung der gesetzlichen Rente zu stecken und sie in eine Erwerbstätigenversicherung auszubauen, fügte Engelmeier hinzu.

Klingbeil hat den Gesetzentwurf für die Frühstartrente am Mittwoch in die sogenannte Ressortabstimmung gegeben. Dem Dokument, aus dem die Funke-Mediengruppe zitiert, zufolge sollen Eltern die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat künftig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können. Zudem sieht der Entwurf für Kinder, deren Eltern kein eigenes Vorsorgedepot eröffnen, ein staatliches Sondervermögen vor, in dem das Geld bis zur Volljährigkeit angelegt wird. Mit Erreichen des 18. Lebensjahres soll das angesparte Vermögen in das geplante Altersvorsorgedepot übergehen.

„Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können. Eltern wollen wir dabei unterstützen, schon für ihre Kinder vorzusorgen. Heute hängt das viel zu oft davon ab, ob die Eltern hohe Einkommen oder Vermögen haben. Diese Ungleichheit setzt sich dann oft bis ins Alter fort. Das wollen wir ändern“, sagte Klingbeil den Funke-Zeitungen. Mit der Frühstartrente gebe man jungen Menschen schon früh ein Startkapital für die private Vorsorge mit. Das sei ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge, aber auch für mehr Chancengleichheit.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sozialverband Deutschland (SoVD) (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sozialverband kritisiert Frühstartrente als "risikobehaftet"

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Der Sozialverband Deutschland reagiert zurückhaltend auf die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zur neuen Frühstartrente
  • Der Entwurf sieht vor, dass Eltern eine staatliche Förderung von zehn Euro im Monat durch eigene Mittel bis zu 6.840 Euro pro Jahr aufstocken können und dass ein Sondervermögen bis zur Volljährigkeit für Kinder ohne Vorsorgedepot angelegt wird
  • Klingbeil begründet die Frühstartrente mit früherer Vorsorge für Kinder und weniger Abhängigkeit der Altersvorsorge von Einkommen und Vermögen der Eltern

Warum ist das wichtig?

  • Frühstartrente soll Chancengleichheit verbessern, weil die Altersvorsorge nicht mehr so stark davon abhängt, ob Eltern hohe Einkommen oder Vermögen haben
  • Kritik: SoVD hält ein risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell für fragwürdig, weil es wie bei der Riester-Rente primär Versicherungsunternehmen nutzen könnte
  • Empfehlung des SoVD: Stattdessen stärker in die gesetzliche Rente investieren und sie zu einer Erwerbstätigenversicherung ausbauen

Wer ist betroffen?

  • Eltern, die die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat für ihre Kinder künftig aus eigenen Mitteln aufstocken können
  • Kinder, deren Eltern kein eigenes Vorsorgedepot eröffnen und daher ein staatliches Sondervermögen erhalten
  • Jugendliche, sobald das angesparte Vermögen mit Erreichen des 18. Lebensjahres in das Altersvorsorgedepot übergeht

Zahlen/Fakten?

  • „Frühstartrente“: Eltern sollen die staatliche Förderung von 10 Euro pro Monat künftig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können
  • Sondervermögen für Kinder bis zur Volljährigkeit; mit 18. Lebensjahr geht das angesparte Vermögen in das Altersvorsorgedepot über

Wie geht’s weiter?

  • SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier begrüßt die Idee der Vorsorge ab Kindesalter, warnt jedoch, dass sie nicht über ein risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell laufen sollte und nicht wie bei der Riesterrente vor allem Versicherungskonzerne nutzen dürfe
  • Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Eltern die staatliche Förderung von zehn Euro monatlich mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können sowie dass für Kinder ohne eigenes Vorsorgedepot ein staatliches Sondervermögen bis zur Volljährigkeit angelegt wird und dann ins Altersvorsorgedepot übergeht
  • Klingbeil stellt die Frühstartrente als Beitrag für bessere Altersvorsorge und Chancengleichheit dar, weil sie Ungleichheiten durch Einkommen und Vermögen der Eltern verringern soll
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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