Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Umweltschutzgesetzgebung in Berlin für Textilien
Berlin () – Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat einen Gesetzentwurf angekündigt, um Hersteller von billigen Wegwerf-Kleidungsstücken an den Entsorgungskosten zu beteiligen. Er wolle „ein Textilgesetz machen, das gegen das Entsorgungsproblem hilft“, sagte Schneider der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).
„Ich will erreichen, dass die Hersteller sich an den Entsorgungskosten beteiligen müssen. Alle, die bei uns Kleidung verkaufen wollen, müssen sich registrieren und ihren Anteil für die ordnungsgemäße Entsorgung zahlen“, erläuterte Schneider. „Damit würden die Preise für solche Fast-Fashion-Produkte etwas steigen. Vor allem gibt es dann aber neue Finanzquellen für Recycling und Entsorgung von Altkleidern. Ich will den Gesetzentwurf bis zum Sommer vorlegen“, sagte der SPD-Politiker.
„Auch bei uns in Deutschland führt Fast Fashion zu einem extremen Müllproblem“, so Schneider. „Unser über Jahrzehnte bestehendes System der Altkleidersammlung funktioniert nicht mehr. Die Container werden mit dem Billigklamottenberg überfüllt und die Betreiber werden ihn nicht mehr los.“
Vielen Konsumenten sei das Problem gar nicht bewusst. „Dabei sind die Folgen dieser Bestell-und-Wegwerf-Mentalität wirklich dramatisch. Der wichtigste Teil der Lösung ist, weniger von diesen Billigpaketen aus China zu kaufen“, mahnte Schneider. „Darum hat Finanzminister Klingbeil jetzt mit seinen EU-Kollegen einen Zoll-Aufschlag von drei Euro pro Paket beschlossen.“
Er wies in dem Zusammenhang auch auf die prekären Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern hin. „Man kann kein T-Shirt für fünf Euro in Deutschland verkaufen, das unter ordentlichen Arbeits- und Umweltbedingungen hergestellt wurde. Und dann kann man es im Zweifel nicht mal waschen, ohne dass das Ding kaputtgeht“, sagte Schneider.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sammelcontainer für Altkleider (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Bundesumweltminister Carsten Schneider kündigt Gesetzentwurf an, um Hersteller von Wegwerf-Kleidung an Entsorgungskosten zu beteiligen.
- Gesetzentwurf soll bis zum Sommer vorgelegt werden und gegen das Müllproblem durch Fast Fashion helfen.
- Finanzminister Klingbeil hat einen Zoll-Aufschlag von drei Euro pro Paket beschlossen, um den Import von Billigpaketen zu reduzieren.
Warum ist das wichtig?
- Unterstützung der Entsorgungskosten durch Hersteller fördert nachhaltige Praktiken.
- Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, das Müllproblem durch Fast Fashion zu reduzieren.
- Bewusstsein für die Umweltauswirkungen von Billigmode soll gestärkt werden.
Wer ist betroffen?
- Hersteller von billigen Wegwerf-Kleidungsstücken
- Betreiber von Altkleidercontainern
- Konsumenten
Zahlen/Fakten?
- Gesetzentwurf zur Beteiligung von Herstellern an Entsorgungskosten angekündigt
- Zoll-Aufschlag von drei Euro pro Paket beschlossen
- Ziel: Finanzquellen für Recycling und Entsorgung von Altkleidern schaffen
Wie geht’s weiter?
- Gesetzentwurf bis zum Sommer vorlegen
- Hersteller zur Beteiligung an Entsorgungskosten verpflichten
- Preise für Fast-Fashion-Produkte erhöhen
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