Pflegebranche mahnt Linnemann zu Schließung von Fachkräftelücke

29. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: Pflegefachkräftemangel in

() – Zum Amtsantritt von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Pflegebranche davor gewarnt, den Mangel an Fachkräften bei der anstehenden Pflegereform zu vernachlässigen. Das berichtet der Newsletter „Gesundheit“ des „Politico“.

Deutschland sei für internationale Pflegekräfte nicht mehr attraktiv, sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), Bernd Meurer. „Wir haben uns im Ausland den Namen versaut“, so Meurer.

Als Ursachen für die sinkende Attraktivität Deutschlands für ausländische Pflegekräfte nannte der Verbandschef lange Bearbeitungszeiten bei Arbeitsgenehmigungen und der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Teilweise müssten Bewerber bis zu 18 Monate auf Entscheidungen warten.

Zudem verwies Meurer auf Erfahrungen mit Rassismus, vergleichsweise niedrige Gehälter und begrenzte berufliche Kompetenzen von Pflegefachkräften in Deutschland. „Es ist ja nicht so, dass sie sagen: ach Gott, Germany, Germany, Germany. Das war mal“, sagte Meurer.

Der Trend drohe den Fachkräftemangel in den kommenden Jahren erheblich zu verschärfen. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamts könnten bis 2034 je nach Szenario zwischen 90.000 und 350.000 Pflegekräfte fehlen. Grund dafür seien die alternde Bevölkerung und die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen bei gleichzeitig sinkendem Arbeitskräfteangebot.

Die Reform der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) soll die erste große Aufgabe von Linnemann sein. Der SPV fehlen 22,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren. Der Entwurf für die Pflegereform sieht deutliche Einsparungen und höhere Einnahmen vor. Das Problem des Fachkräftemangels wird allerdings kaum im Gesetzestext angesprochen.

Zugleich äußerte sich der BPA-Präsident vorsichtig optimistisch über den neuen Gesundheitsminister. Als Vertreter des Mittelstands könne Linnemann stärker auf die Belange der Pflegeunternehmen eingehen und diese in Reformüberlegungen einbeziehen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Seniorin mit Helferin (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Pflegebranche mahnt Linnemann zu Schließung von Fachkräftelücke

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Die Pflegebranche warnt zum Amtsantritt von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann davor, den Fachkräftemangel bei der geplanten Pflegereform zu vernachlässigen
  • Als Ursachen für sinkende Attraktivität Deutschlands für internationale Pflegekräfte nennt der BPA u. a. lange Bearbeitungszeiten bei Arbeitsgenehmigungen sowie Probleme bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse bis zu 18 Monaten
  • Der Fachkräftemangel könnte sich laut Prognosen bis 2034 stark verschärfen; die Pflegereform greife das Problem jedoch kaum im Gesetzestext auf

Warum ist das wichtig?

  • Fachkräftemangel könnte durch sinkende Attraktivität Deutschlands für internationale Pflegekräfte noch stärker werden und damit die geplante Pflegereform ausbremsen
  • Lange Bearbeitungszeiten für Arbeitsgenehmigungen und Anerkennung ausländischer Abschlüsse führen dazu, dass Bewerber teils bis zu 18 Monate warten müssen
  • Bis 2034 könnten je nach Szenario zwischen 90.000 und 350.000 Pflegekräfte fehlen, weshalb das Thema in der Reform stärker berücksichtigt werden muss

Wer ist betroffen?

  • Pflegebranche und Pflegeunternehmen
  • Internationale Pflegekräfte (ausländische Bewerber)
  • Pflegebedürftige Menschen in Deutschland

Zahlen/Fakten?

  • bis zu 18 Monate Wartezeit auf Entscheidungen zu Arbeitsgenehmigungen und Anerkennung ausländischer Abschlüsse
  • bis 2034 fehlen je nach Szenario 90.000 bis 350.000 Pflegekräfte
  • SPV fehlen 22,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren

Wie geht’s weiter?

  • Pflegebranche warnt davor, beim angekündigten Pflegereform-Gesetz den Fachkräftemangel nicht zu vernachlässigen
  • Hohe Wartezeiten bei Arbeitsgenehmigungen und Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie geringe Gehälter und Rassismuserfahrungen sollen die Anwerbung internationaler Pflegekräfte weiter erschweren
  • Bis 2034 droht je nach Szenario ein Mangel von etwa 90.000 bis 350.000 Pflegekräften, während die Reform bislang kaum auf dieses Problem eingeht
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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