Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Europäische Sicherheits- und Rüstungspolitik im Fokus
Berlin () – Der Militärhistoriker Sönke Neitzel wirft Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor, ihrer historischen Aufgabe für Europa nicht gerecht zu werden.
Er könne bei beiden keinen klaren Plan für eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Rüstungspolitik erkennen. „Was mich so frustriert, ist zurzeit, dass ich nicht erkennen kann, dass weder Macron noch Friedrich Merz noch irgendein anderer Staats- und Regierungschef einen Plan hat, wie wir eigentlich vorankommen“, sagte Neitzel dem „Spiegel“. Fortschritte bei der europäischen Verteidigungsintegration seien „marginal“.
Früher hätten Regierungschefs wie Helmut Kohl, Helmut Schmidt oder Konrad Adenauer sowie ihre französischen Partner nach dem Zweiten Weltkrieg gewusst, wohin sie Europa führen wollten: „Wenn wir Helmut Kohl gefragt hätten, Mitte der Achtzigerjahre: Herr Bundeskanzler, was ist der Plan? Er hätte einen Plan gehabt.“
Neitzel beklagte, dass es heute an solchen überzeugten Europäern an der Spitze fehle: „Ich glaube, das Grundproblem ist, dass wir zu wenig überzeugte Europäer als Staats- und Regierungschefs zurzeit haben.“ Statt Integration erlebe man „eine Phase der Renationalisierung, insbesondere in der Verteidigung“. Rüstungsbeschaffung werde nach wie vor national organisiert, jede Regierung rechne der eigenen Industrie Arbeitsplätze zu: „Und wenn das aber alle 27 machen, kommen wir natürlich nicht zusammen, sondern jeder pumpt einzeln vor sich hin.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Emmanuel Macron und Friedrich Merz (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Sönke Neitzel kritisiert Friedrich Merz und Emmanuel Macron für fehlende Pläne zur europäischen Sicherheits- und Rüstungspolitik.
- Er bemängelt den Mangel an überzeugten Europäern in Führungspositionen und die nationale Rüstungsbeschaffung.
- Fortschritte bei der europäischen Verteidigungsintegration werden als marginal bezeichnet.
Warum ist das wichtig?
- Fehlender klarer Plan für gemeinsame europäische Sicherheits- und Rüstungspolitik
- Mangel an überzeugten Europäern in politischen Führungspositionen
- Gefahr der Renationalisierung und ineffiziente nationale Rüstungsstrategien
Wer ist betroffen?
- Friedrich Merz
- Emmanuel Macron
- Staats- und Regierungschefs
Zahlen/Fakten?
- Neitzel sieht keinen klaren Plan für europäische Sicherheits- und Rüstungspolitik bei Merz und Macron.
- Fortschritte bei europäischer Verteidigungsintegration sind marginal.
- Fehlende überzeugte Europäer in Staats- und Regierungschefs.
Wie geht’s weiter?
- Erarbeitung eines klaren Plans für europäische Sicherheits- und Rüstungspolitik erforderlich
- Notwendigkeit überzeugter europäischer Führungspersönlichkeiten
- Überwindung der Renationalisierung in der Verteidigung notwendig
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