Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Bildungsherausforderungen junger Migranten in Deutschland
Berlin () – Ein Großteil der jungen Menschen aus Asylherkunftsländern hat keinen anerkannten beruflichen Abschluss. Das geht aus Daten des Mikrozensus hervor, die das Bundesbildungsministerium auf Anfrage der AfD-Fraktion zur Verfügung gestellt hat und über welche die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Demnach hatten 2025 74,5 Prozent der Syrer im Alter von 25 bis 34 Jahren keinen beruflichen Abschluss, bei den Afghanen waren es 72,1 Prozent. Bei den Somaliern lag die Quote bei 85,8 Prozent. Insgesamt hatten mehr als eine Million Ausländer im Alter von 25 bis einschließlich 34 Jahren keinen beruflichen Abschluss – 42,1 Prozent aller Ausländer in dieser Altersgruppe. Der Anteil der Deutschen ohne beruflichen Abschluss liegt in dieser Altersgruppe bei 13,9 Prozent.
Der arbeitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer, sagte, die Bildungszahlen belegten es schwarz auf weiß: „Wir lösen den Fachkräftemangel nicht durch die massenhafte Einwanderung eines Bildungsprekariats.“ Eine Sprecherin des Bundesbildungsministeriums sagte der Zeitung, dem Ministerium lägen keine aktuellen Studien vor, die den im Mikrozensus ausgewiesenen hohen Anteil von Personen mit syrischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit ohne Berufsabschluss erklärten.
Das Ministerium verwies aber auf eine Studie zu Migranten, die zwischen 2015 und 2017 nach Deutschland kamen. Viele seien bei ihrer Einreise noch jung gewesen. Es sei davon auszugehen, dass Krieg, Verfolgung und Fluchterfahrungen häufig zu unterbrochenen Bildungsbiografien geführt hätten.
Zu berücksichtigen sei auch, dass es in Syrien und Afghanistan kein Berufsbildungssystem gebe, das mit dem deutschen vergleichbar sei. Viele handwerkliche, technische und kaufmännische Berufe würden zum Teil ohne formale Ausbildung ausgeübt. Die im Mikrozensus dargestellten fehlenden formalen Abschlüsse seien daher nicht mit fehlenden Kompetenzen gleichzusetzen.
Der hohe Anteil der formal Unqualifizierten ist aus Sicht des Ministeriums dennoch ein Problem. Junge Menschen ohne Berufsabschluss seien diversen Risiken ausgesetzt, sagte die Sprecherin. Sie hätten langfristig weniger Chancen auf gute Beschäftigung und ein ausreichendes Einkommen. Das Ministerium habe eine Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung gestartet, so die Sprecherin weiter. Diese beinhalte unter anderem Maßnahmen, um junge Menschen bestmöglich auf den Übergang von der Schule in den Beruf vorzubereiten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundesagentur für Arbeit (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- 74,5 Prozent der syrischen und 72,1 Prozent der afghanischen jungen Menschen haben keinen anerkannten beruflichen Abschluss.
- Insgesamt haben über eine Million Ausländer im Alter von 25 bis 34 Jahren keinen beruflichen Abschluss.
- Bildungsdefizite der Migranten sind teilweise auf Krieg und unzureichende Bildungssysteme in Herkunftsländern zurückzuführen.
Warum ist das wichtig?
- Hoher Anteil junger Migranten ohne beruflichen Abschluss gefährdet Integration in den Arbeitsmarkt.
- Fehlende Abschlüsse führen zu langfristig schlechteren Beschäftigungs- und Einkommenschancen.
- Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Bildung für diese Gruppen.
Wer ist betroffen?
- junge Menschen aus Asylherkunftsländern
- Syrer im Alter von 25 bis 34 Jahren
- Afghanen im Alter von 25 bis 34 Jahren
- Somalier im Alter von 25 bis 34 Jahren
- Ausländer im Alter von 25 bis 34 Jahren
Zahlen/Fakten?
- 74,5 Prozent der syrischen jungen Menschen (25-34 Jahre) ohne beruflichen Abschluss
- 72,1 Prozent der afghanischen jungen Menschen (25-34 Jahre) ohne beruflichen Abschluss
- 85,8 Prozent der somalischen jungen Menschen (25-34 Jahre) ohne beruflichen Abschluss
Wie geht’s weiter?
- Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung des Bundesbildungsministeriums
- Maßnahmen zur Verbesserung des Übergangs von Schule zu Beruf
- Berücksichtigung von Bildungsbiografien und jeweiligen Heimatländern
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