Politik: Kiew zur Krim-Rückgabe
Kiew () – Olha Kuryshko, Krim-Beauftragte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hat Forderungen nach einem Verzicht auf die von Russland besetzte Halbinsel zurückgewiesen.
„Alle Vereinbarungen über ein Ende des Krieges müssen beinhalten, dass die Krim zur Ukraine gehört“, sagte Kuryshko dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgabe) in Kiew. „Wir werden in unserem Kampf für die Befreiung der Krim niemals aufgeben.“
Sie wünsche sich „mehr Verständnis und Unterstützung unserer westlichen Verbündeten“, sagte Kuryshko. Diese hätten zwar nie öffentlich gefordert, dass die Ukraine auf die Krim verzichten solle. „Hinter verschlossenen Türen“ sei dies jedoch durchaus zur Sprache gekommen. „Dabei sollten sie verstehen: Das sind unsere Menschen, das ist unser Territorium.“
Zugleich räumte Kuryshko ein, dass eine Rückkehr der Krim unter ukrainische Kontrolle trotz schwerer Luftschläge gegen russische Versorgungsrouten nicht unmittelbar bevorstehe. „Bis zu einer Befreiung der Krim haben wir noch einen weiten Weg zurückzulegen“, sagte sie.
Die Ukraine müsse sich aber schon jetzt auf die Reintegration der Halbinsel vorbereiten. Die Bevölkerung sei seit mehr als zwölf Jahren russischer Propaganda ausgesetzt worden. Zudem habe Russland ukrainische Einwohner zur Annahme der russischen Staatsbürgerschaft gezwungen und fast eine Million Russen auf der Krim angesiedelt.
Nach einer Rückkehr der Halbinsel unter ukrainische Kontrolle solle zunächst eine Militärverwaltung die staatlichen Strukturen und die Wirtschaft wieder aufbauen, sagte Kuryshko. In dieser Verwaltung sollten auch die indigenen Völker der Krim – Krimtataren, Karäer und Krimtschaken – vertreten sein. Erst danach seien freie Wahlen geplant. Einen Zeitrahmen dafür gebe es noch nicht.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flagge der Ukraine (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Olha Kuryshko weist Forderungen zurück, auf die von Russland besetzte Krim zu verzichten
- Sie sagt, die Ukraine werde den Kampf um die Befreiung der Krim nicht aufgeben, erwartet aber nicht, dass eine Rückkehr kurzfristig unmittelbar bevorsteht
- Die Ukraine wolle sich auf die Reintegration vorbereiten, zunächst mit einer Militärverwaltung und später freien Wahlen, ohne festgelegten Zeitrahmen
Warum ist das wichtig?
- Klare Forderung, dass Friedensvereinbarungen die Rückgabe der Krim an die Ukraine enthalten müssen
- Betonung der Notwendigkeit, sich trotz schwieriger Lage schon jetzt auf die Reintegration der Krim vorzubereiten
- Geplantes Vorgehen nach Rückkehr unter ukrainische Kontrolle mit Militärverwaltung sowie später freien Wahlen unter Beteiligung indigener Völker
Wer ist betroffen?
- Olha Kuryshko, Krim-Beauftragte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
- Die Bevölkerung auf der Krim
- Indigene Völker der Krim (Krimtataren, Karäer und Krimtschaken)
Zahlen/Fakten?
- Kuryshko sagte, eine Rückkehr der Krim unter ukrainische Kontrolle stehe nicht unmittelbar bevor
- Die Bevölkerung sei seit mehr als zwölf Jahren russischer Propaganda ausgesetzt
- Russland habe fast eine Million Russen auf der Krim angesiedelt
Wie geht’s weiter?
- Die Ukraine besteht darauf, dass jede Vereinbarung zum Kriegsende die Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine festlegt
- Die Befreiung der Krim ist laut Kuryshko nicht unmittelbar bevorstehend, aber die Ukraine bereitet sich auf die Reintegration vor
- Nach einer Rückkehr soll zunächst eine Militärverwaltung staatliche Strukturen und Wirtschaft aufbauen, erst danach sollen freie Wahlen stattfinden
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