Klingbeil-Berater warnt vor Investitionsstau trotz Sondervermögen

23. Februar 2026
1 min Lesezeit

Klingbeil-Berater warnt vor Investitionsstau trotz Sondervermögen

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Investitionsausgaben und Infrastruktur in Deutschland

() – Trotz des neuen Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) sieht der Ökonom Jens Südekum die Gefahr eines langfristigen Investitionsstaus. „Das darf natürlich nicht so weitergehen, dass sich jedes Jahr eine Bugwelle aus nicht ausgegebenen Investitionsmitteln bildet“, sagte der persönliche Berater von Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil dem „Spiegel“.

Er bezog sich dabei auf fast 30 Milliarden Euro an geplanten Investitionsausgaben des Bundes, die 2025 übrig geblieben waren. Der Ökonom hofft, dass bald schneller und unbürokratischer gebaut wird – besonders durch das sogenannte Infrastrukturzukunftsgesetz, das beschleunigte Verfahren wegen überragenden öffentlichen Interesses ermöglichen soll.

Südekum hatte zusammen mit drei Kollegen ein Konzept entworfen, das vor rund einem Jahr als Vorlage für das Sondervermögen und eine Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben diente. Noch vor ihrem Antritt hatte die Bundesregierung entsprechende Grundgesetzänderungen auf den Weg gebracht – aus Sorge, dass diese im neuen Bundestag wegen der erstarkten AfD nicht mehr möglich sein würden. „Man musste den zweiten Schritt vor dem ersten gehen“, räumte Südekum ein. „In einer idealen Welt hätte es erst einen Masterplan mit verschiedenen Reformen gegeben. So aber muss man im laufenden Betrieb die Umsetzung organisieren.“

An dieser Umsetzung gibt es erhebliche Kritik – auch weil die Regierung Ausgaben aus dem regulären Haushalt ins Sondervermögen verschoben hat. „So werden dann Geschenke wie die niedrigere Mehrwertsteuer in der Gastronomie quersubventioniert“, sagte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). „Das ist fatal.“

Krischer verlangte, dass die Mittel nach Bedarf und nicht nach Proporz verteilt werden. Er habe in seinem Bundesland das schlechteste Bahnnetz aller Bundesländer, bei ihm werde das Geld dringender benötigt als andernorts. 100 Milliarden Euro an SVIK-Mitteln gehen über den sogenannten Königsteiner Schlüssel an die Länder: Je mehr Steueraufkommen und Einwohner, desto mehr Geld fließt.

Wollte Krischer den gesamten Verkehr von der Kreisstraße über die ICE-Trasse bis hin zur Autobahn einmal durchsanieren, so bräuchte er nach eigener Einschätzung 130 Milliarden Euro – schon das ist mehr als der rechnerische Anteil seines Bundeslandes am Sondervermögen. Das Problem: „Damit ist dann aber noch keine Schule, kein Krankenhaus und keine Uni saniert“, so Krischer.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euroscheine (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Ökonom Jens Südekum warnt vor langfristigem Investitionsstau trotz neuen Sondervermögens.
  • Fast 30 Milliarden Euro an geplanten Investitionsausgaben bleiben bis 2025 ungenutzt.
  • Kritik an der Verteilung der Mittel nach Proporz; Verkehrsminister Krischer fordert bedarfsgerechte Verteilung.

Warum ist das wichtig?

  • Gefahr eines langfristigen Investitionsstaus trotz Sondervermögen
  • Notwendigkeit schnellerer und unbürokratischer Bauverfahren
  • Kritik an der Verteilung der Mittel nach Proporz statt nach Bedarf

Wer ist betroffen?

  • Ökonom Jens Südekum
  • Bundesfinanzminister Lars Klingbeil
  • Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne)

Zahlen/Fakten?

  • Fast 30 Milliarden Euro an geplanten Investitionsausgaben des Bundes waren 2025 übrig geblieben.
  • 100 Milliarden Euro an SVIK-Mitteln gehen über den Königsteiner Schlüssel an die Länder.
  • Krischer schätzt, dass für die vollständige Sanierung des Verkehrs in seinem Bundesland 130 Milliarden Euro benötigt werden.

Wie geht’s weiter?

  • Hoffnung auf schnellere und unbürokratischere Bauverfahren durch Infrastrukturzukunftsgesetz
  • Kritik an der Umschichtung von regulären Ausgaben ins Sondervermögen
  • Forderung nach bedarfsgerechter Verteilung der Mittel statt Proporz
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