Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Verteidigungsbeschaffungen unter kritischer Betrachtung in Berlin
Berlin () – Haushaltspolitiker von Union und SPD warnen vor zu hohen Preisen der Industrie bei den milliardenschweren Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr.
„Die Preise explodieren gerade, es gibt leider zu wenig Wettbewerb“, sagte der Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Unsere Aufgabe ist es, für die Soldaten das beste Gerät und für die Steuerzahler zum besten Preis zu besorgen.“
Es gehe hier um über 650 Milliarden Euro in den nächsten Jahren, die für die Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit ausgegeben werden sollen. So gebe es bei der geplanten Anschaffung von bis zu 4.000 Tankcontainern völlig überhöhte Preise. „Hier wird offensichtlich, dass sich da welche die Taschen voll machen wollen.“
Bei dem Milliardenprojekt einer digitalen Vernetzung der Bundeswehrfahrzeuge gebe es sehr große Fragezeichen, es gehe hier um ein Paket von bis zu 20 Milliarden Euro. „Wir schauen uns auch selbst Systeme an, die bei anderen Streitkräften funktionieren. Ich habe immer gerne eine Alternative“, sagte Mattfeldt. Von den gegenseitigen Schuldzuweisungen der beteiligten Unternehmen halte er wenig. „Ich will ein funktionierendes Produkt bekommen, so wie es bestellt und zugesagt wurde.“
Zusammen mit seinem SPD-Kollegen Andreas Schwarz ist Mattfeldt als Hauptberichterstatter der Koalition für den Verteidigungsetat zuständig. Mattfeldt kritisierte, dass manchmal nicht genug Zeit zum Prüfen bleibe. In der letzten Sitzung vor Weihnachten habe das Verteidigungsministerium 27 Beschaffungsvorlagen mit einem Volumen von 52 Milliarden Euro zur Verabschiedung vorgelegt. „Eine seriöse Bearbeitung und Prüfung so vieler Vorlagen ist bei diesem Volumen nur schwerlich möglich. Wir haben dem Minister aber gesagt, eine solche Anzahl an Beschaffungen in einer Sitzung wollen wir nie wieder erleben.“
Schwarz ergänzte, man sei mit dem Bundesrechnungshof das einzige Kontrollgremium, das es vor Vertragsabschluss noch gebe. „Mit unseren Büroleitern sind wir zu viert. Wir stehen einem Imperium gegenüber, das Beschaffungsamt mit rund 10.000 Angestellten und das Verteidigungsministerium mit rund 3.000.“ Das Grundgesetz gebe ihnen aber einen klaren Kontrollauftrag „und dem haben wir im Sinne der Truppe und Steuerzahlers nachzukommen“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flugabwehrkanonenpanzer Gepard (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Haushaltspolitiker von Union und SPD warnen vor zu hohen Preisen bei Bundeswehr-Beschaffungen.
- Geplante Ausgaben von über 650 Milliarden Euro für Verteidigungsfähigkeit, mit überhöhten Preisen für Tankcontainer und digitalisierte Fahrzeuge.
- Überforderung bei der Prüfung von 27 Beschaffungsvorlagen im Wert von 52 Milliarden Euro in einer Sitzung.
Warum ist das wichtig?
- Warnung vor hohen Preisen bei der Bundeswehrbeschaffung schützt Steuerzahler.
- Notwendigkeit von Wettbewerb zur Senkung der Beschaffungskosten.
- Effiziente Nutzung von Geldern für Verteidigungsprojekte wichtig für Militärbereitschaft.
Wer ist betroffen?
- Haushaltspolitiker von Union und SPD
- Soldaten der Bundeswehr
- Steuerzahler
Zahlen/Fakten?
- Über 650 Milliarden Euro für Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit geplant
- Bis zu 4.000 Tankcontainer mit überhöhten Preisen vorgesehen
- Milliardenprojekt für digitale Vernetzung von bis zu 20 Milliarden Euro
Wie geht’s weiter?
- Prüfung der Beschaffungsvorlagen intensivieren
- Alternativen zu bestehenden Systemen untersuchen
- Kontrolle vor Vertragsabschluss sicherstellen
