Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaftlicher Schutz von Kindern digital stärken
Berlin () – Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ will Ende Juni Handlungsempfehlungen vorlegen. Das teilte das Bundesfamilienministerium am Montag mit.
Das Gremium legte am Montag zunächst eine Bestandsaufnahme vor. Dafür wurden zentrale Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt analysiert, darunter digitale Lebenswelten und Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen, Teilhabepotentiale neuer Technologien sowie bestehende Strukturen der Medienbildung und Prävention. Zu den zentralen Erkenntnissen zählt unter anderem die enge Verknüpfung von Chancen und Risiken. Zu Letzteren zählen unter anderem Cybermobbing, sexualisierte Gewalt im digitalen Raum, manipulative Plattformmechaniken sowie Risiken durch KI-Systeme.
Darüber hinaus werden strukturelle Defizite in der Medienbildung ausgemacht. So variiere die Qualität je nach Bundesland, Einrichtung und einzelnen Fachkräften, und insbesondere die frühe Kindheit werde bislang zu wenig systematisch berücksichtigt. Beim rechtlichen Rahmen sieht das Gremium „Umsetzungsdefizite“, etwa durch eine unzureichende Altersabsicherung und eine begrenzte Effektivität bestehender Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen.
„Die Bestandsaufnahme ist eine der zugleich breitesten, systematischsten, tiefsten und vor allem interdisziplinärsten Grundlagen für den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, sagte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). „Sie erfasst das Thema ganzheitlich, macht zentrale Risiken wie Cybermobbing, problematische Nutzungsmuster, algorithmisch verstärkte Dynamiken und unzureichende Schutzmechanismen ebenso sichtbar wie bestehende Strukturen, rechtliche Rahmenbedingungen und konkrete Handlungsfelder.“
Gleichzeitig bedeute das Smartphone insbesondere für Jugendliche auch Zugang – zu Freundschaften, Wissen und Teilhabe, so Prien weiter. „Die Bestandsaufnahme benennt dabei klar Defizite, etwa in der flächendeckenden und systematischen Medienbildung und in der Unterstützung von Eltern. Sie schafft damit eine belastbare evidenzbasierte Grundlage für die Handlungsempfehlungen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Junge Leute beim Zocken (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Expertenkommission legt Bestandsaufnahme zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vor.
- Identifizierung von Chancen und Risiken, wie Cybermobbing und Risiken durch KI-Systeme.
- Feststellung struktureller Defizite in der Medienbildung und Umsetzungsdefizite im rechtlichen Rahmen.
Warum ist das wichtig?
- Erhöhung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt
- Identifikation von Risiken und Defiziten in der Medienbildung
- Basis für evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes
Wer ist betroffen?
- Kinder und Jugendliche
- Eltern
- Fachkräfte in der Medienbildung
Zahlen/Fakten?
- Handlungsempfehlungen der Kommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" sollen Ende Juni vorgelegt werden.
- Defizite in der Medienbildung variieren je nach Bundesland, Einrichtung und Fachkraft.
- Bestandsaufnahme identifiziert Risiken wie Cybermobbing und unzureichende Schutzmechanismen.
Wie geht’s weiter?
- Handlungsempfehlungen Ende Juni 2023
- Analyse der medialen Lebenswelten und Gefährdungen
- Verbesserung der Medienbildung und rechtlicher Rahmenbedingungen
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