Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Zweifel an Asylpolitik in Deutschland
Berlin () – Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge meldet Zweifel an den Ergebnissen des Treffens der EU-Innenminister und den Verhandlungserfolgen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) an. Dobrindt hatte nach langem Streit mit Griechenland und Italien vereinbart, dass diese Staaten Geflüchtete aus Deutschland aufnehmen, die dort bereits einen Asylantrag gestellt hatten.
Das sei ein „nachvollziehbarer Punkt“, dass Länder, die für Asylverfahren zuständig seien, diese dort auch durchführen, sagte Dröge den Sendern RTL und ntv. „Das funktioniert aber nur, wenn es auf der anderen Seite dann auch die Zusage gibt, dass alle Länder einen fairen Anteil an diesen Geflüchteten auch bei sich aufnehmen“, so die Grünen-Fraktionsvorsitzende. Gerade das mache aber Dobrindt nicht.
Tatsächlich wird Deutschland laut Dobrindt eine Ausnahme vom sogenannten Solidaritätsmechanismus nutzen, weil es durch das frühere Migrationsgeschehen als stark belastet gilt. Dröge hat dafür kein Verständnis und verwies auf die Zahl von 21.000 Personen, die über diesen Mechanismus verteilt werden sollen. Dobrindts Zurückhaltung sei nicht in deutschem und europäischem Interesse. „Wenn Deutschland immer wieder versucht, möglichst wenig zusammenzuarbeiten mit den anderen Mitgliedsstaaten, dann wird das zu erheblichem Druck an den Außengrenzen führen, dort zu Chaos und dann zu mehr ungeregelter Migration innerhalb von Europa.“
Dröge kritisierte zudem das Vorhaben, Abschiebe- und Rückkehrzentren auch in Drittstaaten einzurichten. „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, das war rechtswidrig, teuer, und es ist auch unmenschlich“, so die Grünen-Politikerin. In der Bewertung des Konzepts der Asylverfahren außerhalb der EU, verbunden mit den anhaltenden Kontrollen an den deutschen Außengrenzen, urteilt Dröge über Bundesinnenminister Dobrindt: „Insgesamt ist das meiner Meinung nach keine kluge Asylpolitik, sondern im Gegenteil, eine schädliche.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Katharina Dröge (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Katharina Dröge äußert Zweifel an den Ergebnissen des Treffens der EU-Innenminister und Dobrindts Verhandlungserfolgen.
- Deutschland will eine Ausnahme vom Solidaritätsmechanismus nutzen, was Dröge kritisiert.
- Dröge hält Dobrindts Asylpolitik für schädlich und unklug.
Warum ist das wichtig?
- Bedenken hinsichtlich der Verhandlungserfolge im Asylverfahren sind wichtig für die europäische Solidarität.
- Deutschlands Rückzug aus dem Solidaritätsmechanismus könnte zu Chaos an den Außengrenzen führen.
- Kritische Bewertung von Abschiebezentren in Drittstaaten stellt die humanitären Aspekte der Asylpolitik in Frage.
Wer ist betroffen?
- Geflüchtete aus Deutschland
- Länder wie Griechenland und Italien
- Mitgliedsstaaten der EU
Zahlen/Fakten?
- 21.000 Personen sollen über den Solidaritätsmechanismus verteilt werden.
- Deutschland nutzt eine Ausnahme vom Solidaritätsmechanismus.
- Dröge kritisiert die Einrichtung von Abschiebe- und Rückkehrzentren in Drittstaaten als rechtswidrig und unmenschlich.
Wie geht’s weiter?
- Dobrindt soll fairen Anteil an geflüchteten Personen von allen Ländern sichern.
- Deutschland nutzt Ausnahme vom Solidaritätsmechanismus, was zu Druck an Außengrenzen führen könnte.
- Kritisiert weitere Pläne für Abschiebezentren in Drittstaaten.
- BSW-Fraktion veranstaltet Friedensempfang in Petershagen-Eggersdorf - 18. April 2026
- 1. Bundesliga: Dortmund verliert bei Hoffenheim - 18. April 2026
- Feuerwehr löscht Akkubrand in Garage in Weil am Rhein - 18. April 2026
