Grenzkontrollen: Wenige Zurückgewiesene stellen später Asylantrag

26. Mai 2026
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Grenzkontrollen: Wenige Zurückgewiesene stellen später Asylantrag

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Grenzkontrollen und Asylverfahren in Deutschland

() – Nur ein kleiner Teil der an der Grenze zurückgewiesenen Ausländer stellt später einen Asylantrag in . Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor, über die die „Welt“ (Mittwochausgabe) berichtet.

Demnach werden monatlich relativ konstant meist zwischen 3.000 und 4.000 Personen zurückgewiesen. Ebenfalls relativ konstant stellen monatlich meist zwischen 300 und 400 Person einen Asylantrag in Deutschland, die in der Vergangenheit schon einmal zurückgewiesen worden waren.

„Zwischen dem 1. Mai 2025 und 30. April 2026 haben insgesamt 5.020 Personen einen Asylantrag gestellt, oder einen Schutzstatus erhalten, die zuvor bereits schon einmal – gegebenenfalls vor langer Zeit – an einer Grenze zu Deutschland zurückgewiesen wurden“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. „Von diesen haben 845 Personen im genannten Zeitraum einen Schutzstatus erhalten, die zuvor bereits schon einmal – ggf. vor langer Zeit – an einer Grenze zu Deutschland zurückgewiesen wurden.“

Weiter antwortet die Bundesregierung, dass die Bundespolizei „im Zeitraum 1. Mai 2025 bis 31. März 2026 insgesamt 38.831 Personen zurückgewiesen“ habe. Da diese Daten auf der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei beruhten, seien sie bisher nur bis März 2026 abbildbar und könnten sich aufgrund von Nacherfassungen noch geringfügig ändern.

AfD-Fraktionsvize Sebastian Münzenmeier, der die Anfrage gestellt hatte, sagte der „Welt“, dass seiner Ansicht nach Grenzkontrollen wichtig seien und bleiben müssten. „Es darf aber nicht sein, dass Migranten, die an der Grenze abgewiesen werden, es einfach am nächsten Tag oder 200 Meter weiter nochmals versuchen und damit erfolgreich sind. Wer aus triftigen Gründen zurückgewiesen wird, sollte nicht kurz darauf einreisen und Asyl beantragen dürfen“, forderte Münzenmeier. „Hier braucht es eine Sperrfrist.“

Münzenmeier pochte darauf, Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU auszulagern. Als Sofort-Maßnahme schlägt der AfD-Politiker vor, „den Sozialstaatmagneten abzudrehen. Wenn Asylsuchende hier nur noch Bett, Brot und Seife bekommen, wird ihr Zustrom von ganz allein abnehmen. Und das schafft dann auch Entlastung an der Grenze. Das alles zeigt: Für eine echte Migrationswende ist noch viel zu tun.“

In der Migrationsforschung wird das Modell der Push- und Pull-Faktoren aus den 1960er Jahren heute kritisch gesehen, weil es die Komplexität von Migrationsprozessen stark vereinfacht. Der vielfach angeführte „Pullfaktor Sozialstaat“ wird isoliert betrachtet nicht als ausschlaggebend bewertet.

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, Heiko Teggatz, behauptete, dass die Grenzkontrollen wirkten. Jeder, der durch die Bundespolizei bei der „unerlaubten Einreise“ festgestellt und gegebenenfalls zurückgewiesen werde, werde erkennungsdienstlich behandelt, sagte er der Zeitung. Es würden Fingerabdrücke genommen und Lichtbilder gefertigt.

Es könne also nicht sein, dass viel mehr Zurückgewiesene später Asylanträge stellen, als in den BMI-Daten angegeben, weil vergangene Zurückweisungen nicht erfasst wurden. „Unabhängig davon, ob die Person ein Schutzersuchen äußert oder nicht werden diese Daten gespeichert und auch im Ausländerzentralregister erfasst“, so Teggatz. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge könne dann bei einer späteren erfolgreichen Einreise sehen, dass diese Person „bereits bei einer unerlaubten Einreise aus einem anderen EU-Staat aktenkundig wurde oder gar dorthin zurückgewiesen wurde. Das erleichtert die Feststellung, welches europäische Land für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Verkehrskontrolle an der Grenze zu (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Nur ein kleiner Teil der an der Grenze zurückgewiesenen Ausländer stellt später einen Asylantrag in Deutschland.
  • Zwischen 1. Mai 2025 und 30. April 2026 stellten 5.020 Personen einen Asylantrag, davon erhielten 845 Personen Schutzstatus.
  • Die Bundespolizei wies im selben Zeitraum insgesamt 38.831 Personen zurück.

Warum ist das wichtig?

  • Rückweisungen an der Grenze reduzieren den Asylantragsdruck in Deutschland.
  • Effektive Grenzkontrollen können dazu beitragen, illegale migrationsbedingte Belastungen nachhaltig zu verringern.
  • Die Datenübermittlung über Rückweisungen unterstützt eine klare Zuordnung von Asylverfahren innerhalb der EU.

Wer ist betroffen?

  • Ausländer, die an der Grenze zurückgewiesen werden
  • Personen, die später einen Asylantrag in Deutschland stellen
  • Migranten, die erneut an der Grenze versuchen, einzureisen

Zahlen/Fakten?

  • Monatlich zwischen 3.000 und 4.000 Personen zurückgewiesen
  • Monatlich zwischen 300 und 400 Personen stellen Asylantrag nach Zurückweisung
  • Von 5.020 Personen, die zwischen Mai 2025 und April 2026 einen Asylantrag stellten, haben 845 einen Schutzstatus erhalten

Wie geht’s weiter?

  • Möglichkeit der Einführung einer Sperrfrist für abgewiesene Migranten
  • Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU
  • Reduktion von Sozialleistungen für Asylsuchende als Maßnahme zur Minderung des Zustroms
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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