Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Altersvorsorge in Deutschland: Herausforderungen erwartet
Berlin () – Experten erwarten, dass das Altersvorsorgedepot von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), das die Riester-Rente ersetzen soll, nicht wie geplant zum 1. Januar 2027 zur Verfügung steht. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe).
Der Wirtschaftsprofessor Matthias Beenken sagte der Zeitung, der Start des staatlichen Altersvorsorgedepots werde über den 1. Januar 2027 hinaus dauern. Die nötige Verordnung der Bundesregierung, die wichtige Details regele, sei immer noch nicht da. Wenn man private Anbieter einbeziehe, müsse man zudem eine Ausschreibung machen. Allein das dauere mehrere Monate. Der Professor aus Dortmund mit Schwerpunkt Versicherungswirtschaft rechnet damit, dass das Angebot frühestens im Laufe des kommenden Jahres stehe.
Auch beim Verbraucherportal „Finanztip“ hieß es, man sei skeptisch, ob das öffentlich organisierte Standarddepot pünktlich zum 1. Januar 2027 bereitstehe. „Finanztip“-Chefredakteur Saidi Sulilatu sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Zeit renne. Nach dem Vertrauensverlust durch Riester wäre es seiner Ansicht nach ein wichtiges Signal, wenn der Staat sein Angebot pünktlich anbieten würde.
Stefan Schmidt (Grüne), Finanzpolitiker im Bundestag, sagte, man sehe die pünktliche Umsetzung des Standardprodukts ernsthaft in Gefahr. Es drohten massive Wettbewerbsnachteile gegenüber den privaten Anbietern, und den Verbrauchern werde die Möglichkeit genommen, sich von Anfang an für ein günstiges Altersvorsorgeprodukt zu entscheiden.
Das Bundesfinanzministerium teilte auf Anfrage nach dem Starttermin für ein staatliches Standardangebot und dem Stand der Dinge lediglich mit, das Ministerium sei innerhalb der Bundesregierung und mit möglichen Trägern im Gespräch. Das Altersvorsorgedepot soll Beschäftigten, Selbstständigen und weiteren Gruppen ermöglichen, privat fürs Alter vorzusorgen, und zwar mit staatlichen Zuschüssen. Das Modell soll die Riester-Rente ablösen, Riester-Verträge sind durch hohe Kosten und niedrige Renditen in Verruf geraten.
Alle Anbieter des neuen Modells sind verpflichtet, ein Standarddepot anzubieten. Für dieses gilt ein Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr. Hier kommt das staatlich organisierte Standarddepot ins Spiel. Dieses Modell soll eine günstige und einfache Standardlösung für alle bieten. Mit dem Angebot könnte der Staat Standards setzen für Kosten und Rendite, an denen sich auch private Anbieter orientieren.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Strand (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Experten erwarten Verzögerungen beim Altersvorsorgedepot von Lars Klingbeil über den 1. Januar 2027 hinaus.
- Fehlende Verordnung der Bundesregierung und notwendige Ausschreibungen werden als Gründe genannt.
- Verbraucherportal und Bundestagsabgeordnete äußern Skepsis bezüglich der pünktlichen Bereitstellung des neuen Modells.
Warum ist das wichtig?
- Verzögerung des Altersvorsorgedepots könnte Vertrauen in staatliche Angebote weiter schwächen
- Pünktliche Bereitstellung wichtig für faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber privaten Anbietern
- Verbrauchern könnte die Möglichkeit genommen werden, frühzeitig von einem günstigen Altersvorsorgeprodukt zu profitieren
Wer ist betroffen?
- Beschäftigte
- Selbstständige
- Verbraucher
Zahlen/Fakten?
- Geplanter Start des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
- Nötige Verordnung der Bundesregierung fehlt noch
- Experten rechnen mit frühestmöglichem Angebot im Laufe des nächsten Jahres
Wie geht’s weiter?
- Experten erwarten Verzögerungen beim Altersvorsorgedepot über den 1. Januar 2027 hinaus.
- Bundesfinanzministerium ist im Gespräch mit möglichen Trägern zur Umsetzung.
- Das Angebot könnte frühestens im Laufe des kommenden Jahres bereitstehen.
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