Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Politik in Brüssel: Aktuelle Rechtsakte der EU
Brüssel () – Die EU-Kommission hat 2025 so viele Rechtsakte auf den Weg gebracht wie seit 2010 nicht mehr. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen des Wirtschaftsverbands Gesamtmetall.
Demnach schlug die Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) 1.456 Rechtsakte vor. Das sind 21 Richtlinien, 102 Verordnungen, 137 delegierte Rechtsakte sowie 1.196 Durchführungsrechtsakte.
Von der Leyen hatte für das vergangenen Jahr einen „beispiellosen“ Abbau von Regeln angekündigt hatte. Schon in der ersten Amtszeit der CDU-Politikerin von 2019 bis 2024 gab es deutlich mehr Rechtsakte als unter ihren beiden Vorgängern. Um Regeln abzubauen, braucht es üblicherweise neue Rechtsakte, etwa in der Form von Aufhebungsakten, Omnibus-Rechtsakten oder Neufassungen.
„Die aktuelle EU-Kommission verspricht laufend Erleichterungen für die Wirtschaft“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall. „Doch wieder einmal wurden die Erwartungen enttäuscht.“ Brüssel halte Firmen täglich vier neue Rechtsakte auf. „Das ist das Gegenteil von Bürokratieabbau“, so Zander. „Viele Unternehmen kommen mit der Umsetzung kaum hinterher.“
Besonders heikel finden Zander und andere die delegierten Rechtsakte, mit denen die EU-Kommission Gesetze weitgehend eigenständig technische Details ergänzt oder streicht. Dafür werden das EU-Parlament und der Rat nicht für Abstimmungen einberufen, sie haben jedoch ein Vetorecht.
„Es gibt einen Bereich des Handelns in Brüssel, der demokratisch vollkommen unkontrolliert ist: delegierte Rechtsakte“, sagte der ehemalige deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen der „Welt am Sonntag“. Das sei eine Grauzone. „Da kommen Bürokraten zusammen und entscheiden etwas, das das Leben von Millionen Menschen und Tausenden Unternehmen in ganz Europa betrifft“, so Verheugen. „Die Kommission hat das natürlich gern so, aber ich halte diesen Prozess für sehr bedenklich.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | EU-Fahnen (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- EU-Kommission bringt 2025 die höchste Anzahl an Rechtsakten seit 2010 auf den Weg.
- Präsidentin Ursula von der Leyen schlägt 1.456 Rechtsakte vor, darunter 21 Richtlinien und 102 Verordnungen.
- Kritik an bürokratischer Belastung und unkontrollierten delegierten Rechtsakten, die das Leben vieler Menschen betreffen.
Warum ist das wichtig?
- Steigende Anzahl von Rechtsakten könnte Bürokratie erhöhen und Wirtschaft belasten.
- Delegierte Rechtsakte entziehen sich demokratischer Kontrolle und können die Effizienz beeinträchtigen.
- Erwartungen an Bürokratieabbau werden nicht erfüllt, was das Vertrauen in die EU-Kommission schadet.
Wer ist betroffen?
- Unternehmen
- EU-Parlament
- Rat der EU
Zahlen/Fakten?
- 1.456 Rechtsakte vorgeschlagen
- 21 Richtlinien, 102 Verordnungen, 137 delegierte Rechtsakte, 1.196 Durchführungsrechtsakte
- Mehr Rechtsakte als unter den beiden Vorgängern von Ursula von der Leyen
Wie geht’s weiter?
- Ankündigungen der EU-Kommission zur Regelreduzierung könnten durch neue Rechtsakte behindert werden.
- Delegierte Rechtsakte bleiben weiterhin umstritten und demokratisch fragwürdig.
- Firmen müssen sich an die stetige Zunahme von Rechtsakten anpassen.
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