Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: Deutschlands Haushaltsdefizit und EU-Pläne
Berlin () – Die Bundesregierung muss vorerst kein EU-Defizitverfahren fürchten. Das Haushaltsdefizit steigt zwar nach aktuellen Projektionen in diesem Jahr deutlich über die vorgesehene Grenze von drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, die EU-Kommission plant aber derzeit nicht, Deutschland als Defizitsünder einzustufen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ranghohe europäische Beamten berichtet.
Zur Begründung hieß es, Deutschland werde bislang eingeplante Milliardenbeträge in diesem Jahr nicht vollständig ausgeben können. Das gelte insbesondere für Infrastrukturinvestitionen, da langwierige Genehmigungsverfahren den Mittelabfluss bremsten.
Mit einem sogenannten Sondervermögen wollen Bund und Länder in den kommenden zwölf Jahren Straßen und Schienen sanieren, Datenkabel verlegen und den Klimaschutz stärken. Insgesamt sind dafür 500 Milliarden Euro vorgesehen. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind 2025 schon 24 Milliarden abgeflossen. Allerdings zeigen die offiziellen Daten auch: Ein erheblicher Teil der vorgesehenen Mittel kann nicht abgerufen werden.
Ein weiterer Grund dafür, dass Deutschland einem Defizitverfahren entgeht, besteht darin, dass die EU nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine Ausnahmeklausel für Verteidigungsausgaben aktiviert hat. In Brüssel geht man deshalb derzeit davon aus, dass Deutschland im Jahr 2026 nicht so weit über die Drei-Prozent-Schwelle kommt, dass ein Defizitverfahren zwingend würde.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | EU-Fahnen (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Deutschland muss vorerst kein EU-Defizitverfahren fürchten.
- Haushaltsdefizit steigt über die Grenze von drei Prozent, aber EU plant keine Einstufung als Defizitsünder.
- Langwierige Genehmigungsverfahren bremsen Mittelabfluss bei Infrastrukturinvestitionen.
Warum ist das wichtig?
- Deutschland muss vorerst kein EU-Defizitverfahren fürchten
- Infrastrukturinvestitionen sind durch langwierige Genehmigungsverfahren verzögert
- EU hat Ausnahmeklausel für Verteidigungsausgaben aktiviert
Wer ist betroffen?
- Bundesregierung
- EU-Kommission
- Deutschland
Zahlen/Fakten?
- Haushaltsdefizit über drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung
- 500 Milliarden Euro für Infrastruktur- und Klimaschutzmaßnahmen
- 24 Milliarden Euro bereits 2025 abfließen
Wie geht’s weiter?
- Deutschland kann vorerst ein EU-Defizitverfahren vermeiden.
- Geplante Infrastrukturinvestitionen können nicht vollständig ausgegeben werden.
- EU-Außenschuldregelung könnte zukünftige Defizite mildern.
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