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Politische Entwicklungen in Brüssel zur Ukraine
Brüssel () – Zum Start des Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel wächst offenbar in mehreren europäischen Hauptstädten die Einschätzung, dass die Entscheidung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine weniger auf dem Schlachtfeld als durch die wirtschaftliche Belastungen der Kriegsparteien fallen könnte. Wie man in Brüssel am Donnerstag mit Genugtuung informell feststellt, wird die russische Wirtschaft wohl zunehmend durch die Kosten des Krieges belastet.
Angeblich sollen rund 40 Prozent der russischen Energie-Infrastruktur unbrauchbar oder zumindest beschädigt sein. Dabei ist nicht ganz klar, inwieweit dies durch ukrainische Schläge erfolgt, oder womöglich auch andere Gründe haben könnte. Klar ist aber: Der Ukraine gelingen immer häufiger massive Angriffe weit im russischen Hinterland. Und es gelingt der Ukraine auch, Bilder davon auf Bildschirme rund um den Globus zu bringen – auch in Brüssel kann man sie sehen. In europäischen Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass diese Angriffe den wirtschaftlichen Druck auf Moskau signifikant erhöhen – wenngleich die ukrainische Energieinfrastruktur wohl noch stärker zerstört ist.
Am Rande des EU-Gipfel werden sich diejenigen Länder, die gleichzeitig in der Nato sind, auch vor dem Treffen des Verteidigungsbündnisses in der Türkei weiter abstimmen, was die weitere militärische Unterstützung der Ukraine und mögliche Perspektiven für spätere Verhandlungen mit Russland angeht.
Dabei herrsche Einigkeit, so heißt es in Brüssel wie schon seit Monaten, dass bei möglichen Friedensgesprächen neben Russland und der Ukraine auch Europa sowie die USA vertreten sein müssten. Eine Festlegung auf einen europäischen Verhandlungsführer gibt es aber offenbar noch immer nicht. Zunächst müssten die Voraussetzungen für ernsthafte Gespräche geschaffen werden. Entscheidend sei aber, dass über die Sicherheitsinteressen Europas nicht ohne die Europäer entschieden werde.
Zumindest gesprochen wird in Brüssel auch wieder über eine EU-Perspektive für die Ukraine. Präsident Selenskyj ist erneut persönlich angereist. Im Gespräch war zuletzt eine „assoziierte Partnerschaft“. Angeblich, so erzählt man sich auf den Fluren in Brüssel, soll Selenskyj den Begriff nicht mögen, er ist mittlerweile in Kiew gewissermaßen verbrannt – einen anderen hat man aber wohl auch noch nicht gefunden.
Das berühmt-berüchtigte „Assoziierungsabkommen“ zwischen der Europäischen Union und der Ukraine, bereits 2014 von den EU-Staats- und Regierungschefs und dem damaligen ukrainischen Präsidenten Poroschenko unterschrieben, wird in Kiew wohl auch mit Hinhaltetaktik und Demütigungen verbunden. In den Niederlanden war es per Referendum zunächst abgelehnt worden, daraufhin erwirkte die niederländische Regierung eine Zusatzerklärung, die unter anderem Sicherheitsgarantien, militärische Unterstützung für die Ukraine sowie jegliche Verpflichtung der EU, Ukrainern die Freizügigkeit in der EU zu gewähren, ausschloss. Der Krieg hat diese Einschränkungen freilich in weiten Teilen pulverisiert.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Antonio Costa, Wolodymyr Selenskyj, Ursula von der Leyen am 18.06.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- EU-Staats- und Regierungschefs diskutieren über den Ukraine-Russland-Konflikt in Brüssel.
- Russische Wirtschaft leidet unter hohen Kriegskosten; 40% der Energie-Infrastruktur möglicherweise beschädigt.
- Ukraine führt vermehrt Angriffe im russischen Hinterland durch, um den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Warum ist das wichtig?
- Entscheidung im Russland-Ukraine-Konflikt könnte stärker von wirtschaftlichem Druck als vom militärischen Geschehen abhängen.
- Wichtige Gespräche über militärische Unterstützung und zukünftige Friedensverhandlungen werden geführt.
- Sicherheitsinteressen Europas sollen bei Verhandlungen berücksichtigt werden.
Wer ist betroffen?
- Russland
- Ukraine
- Europa und die USA
Zahlen/Fakten?
- Rund 40 Prozent der russischen Energie-Infrastruktur sollen unbrauchbar oder beschädigt sein.
- Der Krieg hat Einschränkungen des "Assoziierungsabkommens" zwischen der EU und der Ukraine weitgehend pulverisiert.
- Einigkeit über die Beteiligung Europas und der USA an möglichen Friedensgesprächen gibt es bereits seit Monaten.
Wie geht’s weiter?
- Abstimmung über militärische Unterstützung der Ukraine vor dem Nato-Treffen in der Türkei
- Schaffung von Voraussetzungen für ernsthafte Friedensgespräche unter Einbeziehung Europas und der USA
- Diskussion über eine EU-Perspektive für die Ukraine und möglicher neuer Begriffe für Partnerschaft
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