Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
EU-Politik: Manfred Weber fordert Konsequenzen
Brüssel () – Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, fordert ein neues Amt in der EU: einen Europäischen Präsidenten.
„Wir müssen aufhören, jeden Tweet aus Washington zu kommentieren, und endlich europäisch führen“, sagte Weber dem „Spiegel“. Der EVP-Chef schlägt vor, dass nach der nächsten Europawahl das Amt der Kommissionspräsidentin mit dem Amt des Ratspräsidenten zusammengeführt wird. Er schätze EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa, sagte Weber. „Aber noch besser wäre ein starkes europäisches Gesicht, ein Europäischer Präsident. Das wäre eine mächtige Funktion.“
Weber forderte außerdem eine EU-Erweiterungsrunde: „Die Westbalkanstaaten, Moldau und die Ukraine gehören zu einem geeinten Europa“, sagte Weber. Auch Grönland und Island zeigten Interesse.
Der EVP-Chef will zudem einen neuen europäischen Vertrag nach dem Vorbild des Euro und Schengen für die europäische Außen- und Sicherheitspolitik schließen. „Wir sind durch die europäischen Verträge an das Prinzip der Einstimmigkeit in der Außenpolitik gebunden“, sagte Weber. Das bremse die EU aus. „Deshalb bin ich für einen neuen Vertrag, einen Souveränitätsvertrag, der es willigen Staaten ermöglicht, gemeinsam stärker in der Außen- und Sicherheitspolitik zusammenzuarbeiten“, so Weber. Die „Gestalter“ müssten vorangehen.
„Damit drehen wir den Spieß um. Dann können Viktor Orbán in Ungarn oder Robert Fico in der Slowakei die EU nicht mehr in Geiselhaft nehmen. Sie müssen vielmehr erklären, warum sie plötzlich allein dastehen.“ Dass das Vorgehen möglich sei, zeige das Beispiel des Euro oder des Schengenraums. „Bei beiden Projekten waren nicht alle EU-Staaten dabei. Jetzt brauchen wir ein solches Vorgehen bei der Außen- und Sicherheitspolitik“, sagte Weber.
Er hoffe, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mitziehen werden. Für das Wochenende hat Weber zu einer EVP-Klausur in Zagreb eingeladen, wo etwa Merz oder Polens Regierungschef Donald Tusk anwesend sein werden. „Da möchte ich eine ehrliche Debatte. Wenn wir uns einig sind, dass Europa unabhängiger werden soll, müssen wir den nächsten Schritt gehen“, so Weber.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Manfred Weber (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Manfred Weber fordert die Einführung eines Europäischen Präsidenten und die Zusammenführung der Ämter des Kommissions- und Ratspräsidenten.
- Er plädiert für eine EU-Erweiterungsrunde und einen neuen Souveränitätsvertrag für die Außen- und Sicherheitspolitik.
Warum ist das wichtig?
- Förderung eines einheitlicheren und stärkeren europäischen Führungsstils
- Stärkung der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik durch neue Verträge
- Unterstützung der EU-Erweiterung und Einbeziehung anderer Länder in ein geeintes Europa
Wer ist betroffen?
- Manfred Weber
- Ursula von der Leyen
- António Costa
Zahlen/Fakten?
- Vorschlag für ein neues Amt eines Europäischen Präsidenten
- Forderung nach einer EU-Erweiterungsrunde, einschließlich Westbalkanstaaten, Moldau und Ukraine
- Planung eines neuen Souveränitätsvertrags für Außen- und Sicherheitspolitik
Wie geht’s weiter?
- Einführung eines neuen Amts für einen Europäischen Präsidenten
- Vorschlag zur Zusammenlegung von Kommissions- und Ratspräsidenten
- EU-Erweiterungsrunde für Westbalkanstaaten, Moldau und Ukraine anstreben
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