Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Medienpolitik in Nordrhein-Westfalen: Digitalabgabe im Fokus
Düsseldorf () – In der Diskussion über eine Digitalabgabe für Tech-Riesen aus den USA und China hat NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) erstmals ein konkretes Modell ins Gespräch gebracht. Nordrhein-Westfalen schlägt vor, die „bewährten Mechanismen des Medienkonzentrationsrechts“ anzuwenden und Google, Meta und Co. künftig zur Mitfinanzierung anderer Angebote heranzuziehen.
„Wer Meinungsmacht hat, muss selbst zur Medienvielfalt beitragen, um diese zu brechen. Das ist der Grund, weshalb die großen Privatsender RTL und Pro7/Sat1 nicht grenzenlose Reichweiten erzielen dürfen und verpflichtet sind, unabhängige Regionalfenster zu finanzieren“, sagte Liminski der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Entweder müssten die Plattformen strukturell begrenzt werden oder sie entrichteten eine Abgabe, orientiert an ihrer Reichweite, um andere Angebote zu stärken, so Liminski.
„In beiden Modellen muss juristisch sauber definiert werden, wer von der Digitalabgabe profitiert und wie das Geld verteilt wird.“ Liminski stellte sich damit hinter Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos), der im Laufe des Jahres einen Vorschlag für eine Digitalabgabe vorlegen will. „Das erfordert politischen Mut, zumal in der gegenwärtigen Lage, da die USA einen solchen Vorstoß naturgemäß nicht begrüßen“, räumte der NRW-Medienminister ein.
US-Präsident Donald Trump hatte jenen Staaten mit neuen Zöllen gedroht, die eine Digitalsteuer haben oder mit Regulierungen gegen US-Konzerne vorgehen. Liminski zeigte sich dennoch entschlossen: „Die Plattformen haben über Jahre Milliarden bei uns in Europa verdient – nicht nur, indem sie die Werbemärkte der klassischen Medien aufgesaugt haben, sondern auch durch die Verwertung der journalistischen Angebote selbst.“
Mit Künstlicher Intelligenz sei längst die nächste Stufe gezündet worden. „Dienste wie Google Overview produzieren aus urheberrechtlich geschützten Inhalten anderer gewissermaßen ein neues Konkurrenzprodukt. Das kann nicht so weitergehen, wenn Journalismus und Kreativwirtschaft finanziell überleben sollen.“ Andernfalls würden bald nur noch wenige große Plattformen nach ihren Spielregeln das mediale Angebot für Milliarden Menschen auf der Welt steuern.
Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) machte sich am Wochenende für eine Digitalabgabe stark. „Systeme mit Künstlicher Intelligenz nutzen redaktionell erstellte Inhalte, verarbeiten diese weiter und stellen sie kostenfrei zur Verfügung. Das bringt viele Geschäftsmodelle privater Medienanbieter ins Wanken“, sagte er der „Rheinischen Post“. Eine genaue Höhe der Abgabe müsse im Kreis der Ministerpräsidenten beraten werden. „Doch es ist Tempo geboten“, so Schweitzer.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- NRW-Medienminister Nathanael Liminski schlägt eine Digitalabgabe für Tech-Riesen vor.
- Plattformen sollen zur Mitfinanzierung anderer Angebote verpflichtet werden, um die Medienvielfalt zu stärken.
- auch rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Alexander Schweitzer unterstützt die Idee einer Digitalabgabe.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung der Medienvielfalt durch finanzielle Beiträge von Tech-Riesen
- Notwendigkeit zur Definition und Verteilung der Digitalabgabe
- Sicherstellung des Überlebens von Journalismus und Kreativwirtschaft
Wer ist betroffen?
- Tech-Riesen aus den USA und China (Google, Meta, etc.)
- Medienanbieter und Journalismus
- Nutzer von Künstlicher Intelligenz
Zahlen/Fakten?
- NRW schlägt Digitalabgabe für Tech-Riesen vor
- Medienminister erwartet juristisch klare Definitionen zur Verteilung der Abgabe
- Trump drohte Staaten mit Zöllen für Digitalsteuern
Wie geht’s weiter?
- NRW schlägt Anwendung des Medienkonzentrationsrechts vor.
- Digitalabgabe soll an Plattform-Reichweite orientiert werden.
- Politische Diskussion um genaue Ausgestaltung und Verteilung des Geldes erforderlich.
