Kassen wollen Arztbesuche mit Rezepte-App reduzieren

26. Januar 2026
1 min Lesezeit

Kassen wollen Arztbesuche mit Rezepte-App reduzieren

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Neuer Ansatz in Berlin

() – In der Debatte um eine bessere Steuerung der Patienten im Gesundheitswesen streben die gesetzlichen Krankenkassen die Einführung eines digitalen Navigators vor, der in bestimmten Fällen ohne jeden Arztkontakt Rezepte oder Überweisungen zum Facharzt ausstellen kann.

Das geht aus einem Konzept des Kassen-Spitzenverbandes hervor, über das die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks “ in ihren Montagausgaben berichten. Nach den Vorstellungen der Kassen soll die Nutzung des Navigationstools künftig verpflichtend sein, bevor überhaupt eine Arztpraxis aufgesucht wird. Der Zugriff auf das Tool soll entweder über eine App auf dem Smartphone möglich sein oder telefonisch über die Kassenärzte-Hotline 116117.

„Aus Sicht der Versicherten wird das Tool zum wichtigen ersten Anlaufpunkt im Gesundheitswesen“, heißt es in dem Konzept. Durch strukturierte Fragen und die Nutzung der Daten aus der elektronischen Patientenakte soll laut Konzept die Dringlichkeit der Behandlung festgestellt und der Patient an die richtige Stelle im Gesundheitswesen weitergeleitet werden.

In Frage kämen dabei neben einem Termin beim Hausarzt die Übersendung in die Notaufnahme, die Vermittlung einer Video-Sprechstunde oder die (elektronische) Überweisung zu einem Facharzt. Dabei setzt der Krankenkassenverband auf seinen Vorschlag, eine neutrale und transparente Terminplattform aufzubauen.

„Wir müssen das deutsche Gesundheitswesen endlich in die digitale Gegenwart bringen“, sagte Vize-Verbandschefin Stefanie Stoff-Ahnis dem RND. Das sei insbesondere angesichts des Fachkräftemangels und der Finanzierungsprobleme überfällig. Über das neue digitale Navigationstool soll es perspektivisch in bestimmten Fällen möglich sein, ohne einen Kontakt zu einem Arzt eine Überweisung direkt zum Facharzt zu bekommen, betonte die Verbandsvertreterin.

Denkbar sei auch, dass das Tool für gut eingestellte chronisch Kranke Folgerezepte ausstelle. „Es wird zukünftig sicherlich bestimmte Versorgungsprozesse geben, die rein digital abgewickelt werden können, ohne dass überhaupt noch ein ärztlicher Kontakt erforderlich ist“, fügte sie hinzu und betonte: „Wir brauchen eine moderne, digitalgestützte Primärversorgung.“

Am Dienstag will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mit diversen Verbänden aus der Gesundheitsbranche darüber beraten, wie ein Primärarztsystem gestaltet werden soll.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Smartphone-Nutzerin (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Gesetzliche Krankenkassen planen Einführung eines digitalen Navigators im Gesundheitswesen.
  • Das Tool soll Rezepte oder Überweisungen ohne Arztkontakt ausstellen können und verpflichtend vor Arztbesuchen sein.
  • Eine Beratung über die Gestaltung eines Primärarztsystems findet am Dienstag statt.

Warum ist das wichtig?

  • Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen ohne Arztkontakt
  • Effiziente Steuerung der Patientenströme im Gesundheitswesen
  • Modernisierung der Primärversorgung durch digitale Lösungen

Wer ist betroffen?

  • gesetzliche Krankenkassen
  • Versicherte
  • chronisch Kranke

Zahlen/Fakten?

  • Einführung eines digitalen Navigators für gesetzliche Krankenkassen
  • Nutzung des Tools soll verpflichtend sein, bevor Arztpraxis aufgesucht wird
  • Zugriff auf das Tool über App oder telefonische Kassenärzte-Hotline 116117

Wie geht’s weiter?

  • Einführung eines digitalen Navigators für Patienten
  • Nutzung des Tools verpflichtend vor Arztbesuch
  • Beratungstermin mit Gesundheitsministerin und Verbänden am Dienstag
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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