Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Medienregulierung und Pressefreiheit in Deutschland
Berlin () – Die CDU-Vorsitzenden von Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern haben vor einer zu engen Kontrolle journalistischer Produkte gewarnt.
„Bei einer Verschärfung der Qualitätskontrolle journalistischer Inhalte wäre ich sehr vorsichtig“, sagte Niedersachsens CDU-Landesvorsitzender Sebastian Lechner der „Welt“. „Volksverhetzung und andere Straftaten sind auch heute schon im Netz nicht erlaubt und unter Strafe gestellt. Bei weitergehenden Kontrollen geriete man schnell in einen Graubereich. Wer sollte den kontrollieren? Der Staat darf das auf keinen Fall. Sonst droht Zensur.“
Der Bremer CDU-Chef Heiko Strohmann erklärte, dass Qualitätssicherung Aufgabe der Redaktionen und nicht des Staates sei. „Pressefreiheit ist Voraussetzung und Grundlage unserer Demokratie“, sagte er der Zeitung. „Strafbare Inhalte sind bereits heute verboten und verfolgbar. Staatliche Inhaltskontrolle darf es nicht geben. Sie wäre der Einstieg in politische Einflussnahme und Zensur.“
Auch der Vorsitzende der Christdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sieht keinen Anlass für mehr Kontrolle gegenüber digitalen Medien. „Die Menschen haben ein Recht auf Boulevard, auf Meinungen und auch auf Journalismus, der mit der Streitaxt arbeitet und nicht mit dem Skalpell“, sagte er. „Das mediale Angebot ist groß, jeder kann sich aussuchen, was er gern anschauen möchte und was nicht.“
Anlass der Debatte ist ein Zusammenschnitt der Sendung „Markus Lanz“. Im ZDF sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am 7. Januar, dass die Bevölkerung durch Social Media und Tech-Konzernen, die es „nicht gut mit der Demokratie“ meinten, „infiltriert“ würden. Er warb für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, eine Regulierung von Tech-Konzernen und eine Digitalabgabe, um traditionelle Medien in Deutschland zu stützen.
Dann kritisierte er Portale wie „Nius“. Parteien sollten an einem Strang ziehen, damit man bestimmten Medien nicht immer Steilvorlagen gibt, so Günther. Lanz fragte daraufhin: „Also was sie jetzt gerade sagen, ist im Grunde: Wir müssen das regulieren, wir müssen jetzt notfalls zensieren und in Extremfall sogar verbieten?“ Günther antwortete: „Ja. Darüber reden wir, wir reden darüber, also Social Media darf Bis-16-Jährigen nicht mehr zugänglich gemacht werden und da brauchen wir der Zusammenarbeit und Unterstützung auch mit diesen Unternehmen, ähnlich wie Australien das gemacht hat, um unsere Jugend zu schützen vor Desinformation, vor sexuellen Übergriffen.“ Günther regte an, dass es in den Medien eine Diskussion darüber geben müsse, welche Qualitätskriterien eingehalten werden müssten.
Ein Zusammenschnitt, der online verbreitet wurde, ist so geschnitten, dass die Antwort Günthers auf die Frage von Lanz nach Zensur und Verboten direkt auf den Teil folgt, in dem er Portale wie Nius kritisiert. Dass es dazwischen um die Zusammenarbeit von Parteien ging, wurde ebenso geschnitten wie die Konkretisierung, dass Günthers Antwort sich auf ein mögliches Social-Media-Verbot bezieht.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sebastian Lechner (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- CDU-Vorsitzende aus Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern warnen vor zu enger Kontrolle journalistischer Inhalte.
- Kritik an staatlicher Inhaltskontrolle; Pressfreiheit als Grundlage der Demokratie betont.
- Anlass der Debatte ist ein Interview, in dem Schleswig-Holsteins Ministerpräsident ein Social-Media-Verbot für Jugendliche und eine Regulierung der Tech-Konzerne fordert.
Warum ist das wichtig?
- Warnung vor staatlicher Kontrolle journalistischer Inhalte schützt vor Zensur.
- Qualitätssicherung sollte Aufgabe der Redaktionen sein, nicht des Staates.
- Vielfalt medialer Angebote ermöglicht individuelle Auswahl und schützt die Meinungsfreiheit.
Wer ist betroffen?
- CDU-Vorsitzende von Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern
- Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther
- Jugendliche unter 16 Jahren
Zahlen/Fakten?
- Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern warnen vor zu enger Kontrolle journalistischer Produkte
- Pressefreiheit ist Grundlage der Demokratie
- Schleswig-Holsteins Ministerpräsident fordert Maßnahmen gegen Desinformation in sozialen Medien
Wie geht’s weiter?
- Fortdauernde Warnungen vor staatlicher Kontrolle journalistischer Inhalte
- Diskussion über angemessene Qualitätskriterien in den Medien
- Betonung der Pressefreiheit und Ablehnung von Zensurmaßnahmen
