Politik in Berlin: Hitzeschutz für Vulnerable
Berlin () – Die Grünenvorsitzende Franziska Brantner fordert angesichts der vielen Hitzetoten in Deutschland einen besseren Schutz für Kinder, Senioren und Pflegebedürftige.
„Fast 10.000 Hitzetote seit Jahresbeginn und die Bundesregierung sieht tatenlos zu“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). „Ältere Menschen sterben in Pflegeeinrichtungen ohne Klimaanlage, Kinder schwitzen in überhitzten Kitas. Das ist kein Randthema mehr, sondern eine akute Gefahr für Menschenleben.“
Deswegen müsse jetzt in Klimaanpassungen investiert werden. „Der Klima- und Transformationsfonds muss endlich konsequent dafür genutzt werden, für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas, für Verschattung und Trinkwasserbrunnen in Städten, für mehr Grün- und Wasserflächen, die Städte im Sommer kühl halten“, forderte Brantner.
„Gleichzeitig bremst Wirtschaftsministerin Reiche beim Klimaschutz die Erneuerbaren aus, statt sie entschlossen auszubauen“, sagte sie mit Blick auf das EEG- und Netzanschlusspaket, das am Mittwoch im Kabinett beschlossen wurde. Mit ihrer EEG-Novelle und dem Netzpaket schwäche sie ausgerechnet die Energieträger, die Deutschland unabhängig und klimasicher machen könnten. „Statt der Erneuerbaren gehört Ministerin Reiche ausgebremst“, so Brantner.
Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte, sind bis zur Kalenderwoche 29 in diesem Jahr deutschlandweit rund 9.800 Menschen an den hohen Temperaturen gestorben. Damit sind 2026 bereits jetzt mehr Menschen an der Hitze gestorben als in jedem Jahr seit 2016, als das RKI begonnen hat, die Zahl der Hitzetoten systematisch methodisch auszuwerten.
Hitzewellen werden durch die menschengemachte Erderwärmung stärker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstärkt, solange zusätzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre gebracht werden. Laut einer Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) wären die Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni 2026 noch im Jahr 1976 im Juni „praktisch unmöglich“ und auch zu jeder anderen Jahreszeit höchst unwahrscheinlich gewesen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Franziska Brantner (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Franziska Brantner fordert wegen vieler Hitzetoten in Deutschland besseren Schutz für Kinder, Senioren und Pflegebedürftige, da ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen ohne Klimaanlage und Kinder in überhitzten Kitas sterben bzw. gefährdet sind
- Laut RKI sind bis Kalenderwoche 29 rund 9.800 Menschen an den hohen Temperaturen gestorben, 2026 bereits mehr als in jedem Jahr seit 2016
- Brantner fordert Investitionen in Klimaanpassungen und kritisiert zugleich das von Wirtschaftsministerin Reiche gebremste Vorgehen beim Klimaschutz und den Ausbau der Erneuerbaren
Warum ist das wichtig?
- Schutzkonzepte wie Hitzeschutzpläne für Pflegeeinrichtungen und Kitas sowie Infrastruktur wie Verschattung und Trinkwasserbrunnen senken das Risiko von Hitzetoten bei besonders gefährdeten Gruppen
- Investitionen in Klimaanpassungen wie mehr Grün- und Wasserflächen halten Städte im Sommer kühler und verbessern so die Gesundheit durch reduzierte Hitzebelastung
- Ausbau des Klimaschutzes und der Erneuerbaren verhindert weitere Verstärkung von Hitzewellen durch menschengemachte Erderwärmung und damit langfristig mehr Hitzetote
Wer ist betroffen?
- Kinder
- Senioren
- Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen
Zahlen/Fakten?
- 10.000 Hitzetote seit Jahresbeginn
- bis Kalenderwoche 29 in diesem Jahr rund 9.800 Hitzetote
- Hitzewelle Ende Juni 2026: Temperaturen im Jahr 1976 im Juni „praktisch unmöglich“
Wie geht’s weiter?
- Brantner fordert stärkere Klimaanpassungen wie Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas, Verschattung und Trinkwasserbrunnen sowie mehr Grün- und Wasserflächen in Städten
- Der Klima- und Transformationsfonds soll dafür konsequenter genutzt werden
- Weitere Hitzetote seien zu erwarten, solange die Erderwärmung durch zusätzliche Treibhausgase weiter voranschreitet
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