Wirtschaft: Inflation in Rheinland-Pfalz steigt
Bad Ems () – Die Inflation in Rheinland-Pfalz ist im Juli auf 3,1 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems am Donnerstag mit.
Damit fiel die Inflationsrate deutlich höher aus als im Juni 2026, als die Teuerung plus 2,4 Prozent betrug.
Der Anstieg der Inflationsrate geht vor allem auf die anziehenden Energiepreise zurück, nachdem sich dieser Teilbereich zuvor vorübergehend etwas entspannt hatte. Die Energiepreise lagen im Juli 2026 um 11,8 Prozent über dem Niveau von Juli 2025. Dazu trug unter anderem der Wegfall des sogenannten „Tankrabatts“ bei, durch den die Energiesteuer auf Benzin und Diesel im Mai und im Juni 2026 vorübergehend um 14,04 Cent je Liter reduziert wurde – brutto waren dies rund 17 Cent.
Im Juni, als der Tankrabatt noch galt, waren die Kraftstoffpreise 8,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Juli, nach dem Wegfall des Tankrabatts, mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher für Kraftstoffe 28,9 Prozent mehr bezahlen als im Juli 2025. Die Rohölpreise, die im Juli 2026 nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder anzogen, dürftendie Entwicklung der Kraftstoff- und Heizölpreise ebenfalls beeinflusst haben.
Heizöl (einschließlich Betriebskosten) war im Juli 29 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Trotz des starken Anstiegs der Heizölpreise lagen die Preise für Haushaltsenergie insgesamt nur um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, da die Strompreise deutlich sanken (minus 4,9 Prozent).
Die Gaspreise (einschließlich Betriebskosten) blieben unverändert, und Fernwärme verteuerte sich nur geringfügig (plus 0,5 Prozent).
Die Nahrungsmittelpreise, die in den vergangenen Jahren wie die Energiepreise zu den Inflationstreibern zählten, stiegen unterdurchschnittlich und wirkten somit dämpfend auf die Teuerung: Im Juli 2026 mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher für Nahrungsmittel 0,9 Prozent mehr bezahlen als im Juli 2025. Spürbare Preissteigerungen waren allerdings beim Kauf von Gemüse zu verzeichnen (plus 4,7 Prozent). Zum Beispiel verteuerten sich Möhren um 27,9 Prozent und Gurken um 26,8 Prozent.
Auch die Preise für „Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren“ erhöhten sich merklich (plus 3,9 Prozent); beispielsweise waren Riegel oder andere Erzeugnisse aus Schokolade 8,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Starke Preissenkungen gab es hingegen bei Speisefetten und -ölen (minus 12,6 Prozent); so konnte Butter deutlich günstiger angeboten werden (minus 26,9 Prozent).
Die Preise für Molkereiprodukte und Eier (minus 3,8 Prozent) sowie Obst (minus 0,8 Prozent) sanken ebenfalls.
Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft als Kerninflationsrate bezeichnet wird, blieb im Juli unverändert. Sie lag wie im Juni bei plus 2,5 Prozent.
In elf der zwölf Abteilungen des Verbraucherpreisindex war das Preisniveau im Juli 2026 höher als ein Jahr zuvor.
Durch den Anstieg der Kraftstoffpreise gab es in der Abteilung „Verkehr“ die mit Abstand stärksten Preissteigerungen (plus 8,9 Prozent). Es folgte die Abteilung „Gesundheit“ (plus 4,9 Prozent); dort schlugen insbesondere Preiserhöhungen bei Arzneimitteln zu Buche.
In der Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“ stieg das Preisniveau ebenfalls spürbar (plus 4,2 Prozent). Die Entwicklung geht vor allem auf die Verteuerung von Dienstleistungen sozialer Einrichtungen zurück, beispielsweise der stationären und ambulanten Pflege.
Günstiger als im Vorjahresmonat waren Bekleidung und Schuhe. In dieser Abteilung sank das Preisniveau um ein Prozent.
Gegenüber dem Vormonat legte der Verbraucherpreisindex im Juli 2026 um 0,9 Prozent zu.
In der Abteilung „Verkehr“ kam es zu kräftigen Preiserhöhungen (plus 4,6 Prozent), die unter anderem mit den gestiegenen Kraftstoffpreisen (plus 16,8 Prozent) zusammenhängen. Allerdings wurde nicht nur die Fahrt mit dem eigenen Pkw im Juli teurer, sondern unter anderem auch die Personenbeförderung im Flug-, Straßen- und Schiffsverkehr.
Nach der Abteilung „Verkehr“ erfuhren Waren und Dienstleistungen aus den Abteilungen „Gesundheit“ (plus 2,9 Prozent) und „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (plus 1,6 Prozent) die stärksten Preissteigerungen. Insgesamt fiel das Preisniveau in sieben der zwölf Abteilungen des Verbraucherpreisindex im Juli höher aus als im Vormonat; Preissenkungen waren in vier Abteilungen zu verzeichnen.
Insbesondere wurden Bekleidung und Schuhe saisonal bedingt wesentlich günstiger angeboten als im Juni (minus 4,4 Prozent).
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tankstelle (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Rheinland-Pfalz - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Inflation in Rheinland-Pfalz ist im Juli 2026 auf 3,1 Prozent gestiegen nach 2,4 Prozent im Juni
- Anstieg vor allem durch Energiepreise, besonders nach dem Wegfall des Tankrabatts; Kraftstoffpreise lagen im Juli 28,9 Prozent über dem Vorjahr
- Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Juli um 0,9 Prozent, besonders durch höhere Preise in der Abteilung Verkehr (+4,6 Prozent)
Warum ist das wichtig?
- Zeigt, dass die Lebenshaltungskosten in Rheinland-Pfalz weiter steigen und im Juli deutlich höher waren als im Vormonat
- Macht sichtbar, dass der Anstieg vor allem durch Energiepreise verursacht wird, unter anderem wegen des Wegfalls des Tankrabatts
- Liefert konkrete Auswirkungen auf Verbraucher durch starke Preissteigerungen bei Kraftstoffen und Heizöl sowie unterschiedliche Entwicklungen bei Nahrungsmitteln und anderen Waren und Dienstleistungen
Wer ist betroffen?
- Verbraucherinnen und Verbraucher in Rheinland-Pfalz
- Haushalte mit Ausgaben für Energie wie Kraftstoffe und Heizöl
- Konsumentinnen und Konsumenten für Nahrungsmittel sowie Verkehr und Bekleidung
Zahlen/Fakten?
- Inflation Rheinland-Pfalz im Juli 2026: 3,1 Prozent; im Juni 2026: 2,4 Prozent
- Energiepreise Juli 2026: plus 11,8 Prozent; Tankrabatt wirkte Benzin/Diesel im Mai/Juni um 14,04 Cent je Liter reduziert (brutto rund 17 Cent)
- Kraftstoffe Juli 2026 nach Tankrabatt: plus 28,9 Prozent; Heizöl (inkl. Betriebskosten) Juli 2026: plus 29 Prozent
Wie geht’s weiter?
- Inflation in Rheinland-Pfalz bleibt hoch und steigt im Juli weiter, vor allem getrieben durch Energie- und Kraftstoffpreise
- Nach Wegfall des Tankrabatts steigen Kraftstoffkosten deutlich, während Haushaltsenergie insgesamt weniger stark anzieht wegen sinkender Strompreise
- Preisauftrieb breitet sich auch auf einzelne Bereiche aus; zudem sind ohne Nahrungsmittel und Energie keine weiteren Beschleunigungen der Teuerung erkennbar
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