Ex-Parteichef Meuthen: AfD driftet ins Völkisch-Nationalistische

29. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: AfD-Spannungen in NRW

() – Der frühere AfD-Chef Jörg Meuthen blickt kritisch auf diese Zeit zurück. „Ich bin Allianzen eingegangen, die nicht klug waren“, sagte er dem Magazin „Politico“ in Bezug auf seine zwischenzeitliche Zusammenarbeit mit dem „Flügel“ um Björn Höcke. „Ich habe sehr lange diese Richtung nicht ernst genommen, weil ich sie für so abwegig hielt, dass ich gedacht habe, die kannst du mitlaufen lassen. Das war mein großer Irrtum.“

Über seinen jahrelangen Machtkampf mit der früheren Parteichefin Frauke Petry sagte Meuthen: „Wenn das Gespann Petry/Meuthen funktioniert hätte, hätte die ganze Partei einen anderen Verlauf genommen. Denn Frauke Petry ist dem freiheitlichen Denken auch sehr zugeneigt. Wenn das harmoniert hätte, wäre der ganze Verlauf ein anderer gewesen. Hat es aber leider nicht.“

Mit Bezug auf die von Götz Kubitschek gegründete neurechte Denkfabrik „Institut für Staatspolitik“ sagte Meuthen: „Der Spin der Partei kam eigentlich aus Schnellroda.“ Kubitschek gehe bei der Partei ein und aus als „Spin-Doktor“. Der Spin der Partei sei eindeutig Richtung völkisch-nationalistisch, und das sei nicht seine Linie.

Meuthen äußerte sich zudem zum Machtkampf innerhalb der nordrhein-westfälischen AfD. Der Landeschef Martin Vincentz sei ein „vernünftiger Mann“, der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich dagegen seiner Ansicht nach ein „glasklarer Rechtsextremist“. Dass er sich mit dem Vorhaben, Helferich aus der Partei auszuschließen, nicht durchsetzen konnte, sei der Anlass gewesen, die AfD zu verlassen.

„Weidel stützt Helferich mit allem“, sagte Meuthen. „Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um zu wissen, welche Kompromisse da gefahren werden und in welche Richtung das Ganze geht.“ Für die Zukunft von Vincentz hat Meuthen eine düstere Prognose: Nach der Aufstellung der Landtags-Landesliste „sägen die den ab und dann war es das“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jörg Meuthen (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ex-Parteichef Meuthen: AfD driftet ins Völkisch-Nationalistische

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Jörg Meuthen kritisiert seine frühere Zusammenarbeit mit dem AfD-"Flügel" um Björn Höcke und räumt einen „großen Irrtum“ ein
  • Meuthen behauptet, der Einfluss der neurechten Denkfabrik „Institut für Staatspolitik“ bzw. „Spin“ der Partei gehe auf Schnellroda zurück und sei völkisch-nationalistisch
  • Meuthen verlässt die AfD wegen des Machtkampfs in NRW; er bezeichnet Martin Vincentz als vernünftig und Matthias Helferich als Rechtsextremist, dem nach seiner Aussage „Weidel“ mit Unterstützung entgegenkommt

Warum ist das wichtig?

  • Meuthen kritisiert seine frühere Zusammenarbeit mit dem „Flügel“ um Björn Höcke und bezeichnet dies als großen Irrtum, weil es in eine nicht kluge Richtung geführt habe
  • Er sieht die politische Ausrichtung der AfD als deutlich Richtung völkisch-nationalistisch und führt das unter anderem auf Einfluss aus dem Umfeld des „Instituts für Staatspolitik“ zurück
  • Er begründet seinen Ausstieg aus der AfD mit einem innerparteilichen Machtkampf in NRW und befürchtet nach der Landeslisten-Aufstellung weitere Abtrennungen von Gegnern

Wer ist betroffen?

  • Jörg Meuthen (früherer AfD-Chef)
  • Frauke Petry (frühere Parteichefin der AfD)
  • Martin Vincentz und Matthias Helferich (AfD in Nordrhein-Westfalen)

Zahlen/Fakten?

  • AfD-Landeschef Martin Vincentz
  • Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich
  • Landtags-Landesliste

Wie geht’s weiter?

  • Vincentz sei ein „vernünftiger Mann“, Helferich dagegen ein „glasklarer Rechtsextremist“, und Meuthen verließ die AfD wegen seines gescheiterten Vorhabens, Helferich auszuschließen
  • Weidel unterstütze Helferich „mit allem“, weshalb Kompromisse gemacht würden und sich das Ganze weiter in eine rechtsextreme Richtung bewege
  • Für Vincentz nach der Aufstellung der Landtags-Landesliste erwartet Meuthen, dass sie „sägen den ab und dann war es das“
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Don't Miss