Politik: Kretschmer fordert Gesprächsfähigkeit
Berlin () – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland Gesprächsbereitschaft mit allen anderen Parteien. Wer noch über Brandmauern rede, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt, sagte Kretschmer dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).
Man müsse mit jedem reden, der reden wolle.
Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte bei seiner Sommerpressekonferenz am Mittwoch erklärt, die CDU werde nicht mit AfD und Linken zusammenarbeiten, und auf entsprechende Parteitagsbeschlüsse verwiesen. Kretschmer ist stellvertretender Vorsitzender der Bundes-CDU und regiert in Sachsen mit einer Minderheitsregierung.
Er hat einen Konsultationsmechanismus im Landtag etabliert, der allen Fraktionen offensteht.
Die AfD sei die einzige Fraktion, die von vornherein gesagt habe, sie beteilige sich nicht, so Kretschmer. Sie setze darauf, dass die Regierung scheitere, kritisierte er.
Eine Partei wie die AfD schade dem Land.
Das Modell einer Minderheitsregierung sieht der sächsische Ministerpräsident nicht als Belastung. In einer Demokratie müsse man immer um Mehrheiten ringen, sagte Kretschmer.
Aushandlungsprozesse seien der Kern der Demokratie. Ausgrenzen, abkanzeln, Meinungen diskreditieren, wie man es in der Flüchtlingskrise oder bei Corona oder jetzt beim Ukraine-Krieg und in der Klimaschutzpolitik erlebe, seien das Gegenteil dessen, erklärte der CDU-Politiker.
Man müsse wieder lernen, unterschiedliche Meinungen und Interessen als etwas Normales und Wertvolles anzuerkennen, das man respektiere.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Michael Kretschmer (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sachsen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Michael Kretschmer fordert Gesprächsbereitschaft der CDU mit allen anderen Parteien angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland und kritisiert die Rede von Brandmauern
- Er verweist darauf, dass die CDU nicht mit AfD und Linken zusammenarbeiten werde, während er in Sachsen mit einem Konsultationsmechanismus im Landtag allen Fraktionen die Beteiligung ermöglicht
- Kretschmer kritisiert Ausgrenzung und Diskreditierung als Gegensatz zur Demokratie und betont Aushandlungsprozesse sowie den Respekt vor unterschiedlichen Meinungen
Warum ist das wichtig?
- Gesprächsbereitschaft mit allen Parteien, um trotz Mehrheitsverhältnissen in Ostdeutschland handlungsfähig zu bleiben
- Minderheitsregierung und Mehrheiten ringen als normaler Bestandteil der Demokratie, statt Ausgrenzung von Parteien
- Aushandlungsprozesse und Respekt für unterschiedliche Meinungen als Kern demokratischer Praxis
Wer ist betroffen?
- Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
- Die CDU
- AfD und Linke
Zahlen/Fakten?
- Michael Kretschmer fordert angesichts Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland Gesprächsbereitschaft mit allen anderen Parteien
- CDU werde nicht mit AfD und Linken zusammenarbeiten; Verweis auf Parteitagsbeschlüsse
- Kretschmer betont Aushandlungsprozesse als Kern der Demokratie und kritisiert Ausgrenzen/Diskreditieren
Wie geht’s weiter?
- Kretschmer fordert Gesprächsbereitschaft mit allen anderen Parteien statt über Brandmauern zu reden
- Man müsse wieder lernen, unterschiedliche Meinungen als normal und wertvoll anzuerkennen und Aushandlungsprozesse als Kern der Demokratie zu begreifen
- AfD solle sich nicht auf Scheitern der Regierung setzen, sondern es gebe Konsultationsmöglichkeiten für alle Fraktionen
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