Waldbrand-Experte kritisiert Löschstrategie im Müritz-Nationalpark

21. Juli 2026
1 min Lesezeit

Müritz-Nationalpark: Waldbrandstrategie unter Kritik

() – Ein internationaler Experte für Waldbrandmanagement kritisiert die Löschstrategie beim Brand im Müritz-Nationalpark scharf. Lindon Pronto, Mitgründer der Initiative Waldbrand-Klima-Resilienz, bezeichnete den Einsatz im „Spiegel“ als „fachlich schwer nachvollziehbar“ und warf den Behörden in vor, bewährte Alternativen ignoriert zu haben.

Der als freier Berater tätige Deutsch-Amerikaner erklärte, der Einsatz von Kreisregnern sei im Kampf gegen das Feuer untauglich. Es sei unsinnig, pauschal solche riesigen Forstflächen zu bewässern, vor allem im Sommer bei Hitze, Wind und Wasserknappheit. Wenn er sich im Ausland umsehe, dann mache das niemand so. Auch Wasserabwürfe aus Hubschraubern seien wenig sinnvoll, so Pronto: Aus der vorgeschriebenen Sicherheitshöhe von 1.000 Metern verdunste das Wasser, bevor es den Boden erreiche.

Rein wasserbasierte Taktiken könnten Feuer zwar verlangsamen, aber nicht zuverlässig stoppen oder löschen, sagte Pronto. Dem Experten zufolge hat angeboten, einen ferngesteuerten Minenräumer des Typs MV-4 einzusetzen, der für Brände auf munitionsbelastetem Gelände geeignet sei. Mecklenburg-Vorpommern habe aber abgelehnt. „Der MV-4 war die Geheimwaffe, die den Unterschied hätte ausmachen können. Stattdessen steht er nach wie vor ungenutzt in einer Garage in Brandenburg.“

Angesichts von mehr als 150 Millionen Euro, die Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Landesregierung in Waldbrandvorsorge investiert hat, zeige das Feuer im Nationalpark, dass erhebliche fachliche und operative Lücken bestünden, so der Experte. Pronto, der zwischen 2007 und 2014 selbst als Feuerwehrmann in Kalifornien gegen Großbrände gekämpft hat, forderte ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement. Sein Fazit: Einfach nur auf einen Wetterumschwung zu hoffen, sei keine Strategie.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Nationalpark (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Waldbrand-Experte kritisiert Löschstrategie im Müritz-Nationalpark

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Ein Experte kritisiert die Löschstrategie beim Brand im Müritz-Nationalpark als fachlich schwer nachvollziehbar und wirft den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern das Ignorieren bewährter Alternativen vor
  • Er beanstandet insbesondere den Einsatz von Kreisregnern und Wasserabwürfen aus Hubschraubern sowie die Ablehnung eines vorgeschlagenen ferngesteuerten Minenräumers MV-4
  • Er fordert ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement und sieht trotz hoher Investitionen in Waldbrandvorsorge erhebliche fachliche und operative Lücken

Warum ist das wichtig?

  • Einsatz von Kreisregnern und hubschrauberbasierten Wasserabwürfen sei fachlich untauglich, weil das Wasser bei Hitze/Wind bzw. aus großer Höhe verdunstet und Wasserknappheit verschärft
  • wasserbasierte Taktiken könnten Feuer nur verlangsamen, aber nicht zuverlässig stoppen oder löschen, weshalb bewährte Alternativen ignoriert würden
  • Ungenutzte Spezialtechnik und fehlende Kompetenzstruktur zeigten erhebliche operative/fachliche Lücken, weshalb ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum und eine echte Strategie nötig seien

Wer ist betroffen?

  • Lindon Pronto, Mitgründer der Initiative Waldbrand-Klima-Resilienz, als freier Berater und Experte für Waldbrandmanagement
  • Behörden in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern als Bundesland, das die Einsatz- und Vorsorgestrategien umsetzt

Zahlen/Fakten?

  • 1.000 Metern vorgeschriebene Sicherheitshöhe (beim Wasserabwurf)
  • 150 Millionen Euro investiert in Waldbrandvorsorge (laut Landesregierung)
  • MV-4 ferngesteuerter Minenräumer für Brände auf munitionsbelastetem Gelände

Wie geht’s weiter?

  • Ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement wird gefordert
  • Ein fachlich anderes Vorgehen mit geeigneten Alternativen wie dem ferngesteuerten MV-4 wird als entscheidend genannt
  • Hoffen auf einen Wetterumschwung soll als keine ausreichende Strategie gelten
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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