Gesellschaft: Berliner CDU und Leihmutterschaft
Berlin () – Der CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Stefan Evers, sieht Männer nicht in der Position, die Debatte um Leihmutterschaft voranzutreiben. Das sei vielmehr Sache der Frauen, um deren Körper es schließlich gehe, sagte er dem Fernsehsender „Welt“.
„Ich glaube, dass es nicht zuerst an uns Männern ist, diese Debatte voranzutreiben – und dass es auch nicht der Kinderwunsch eines queeren Paares, eines Paares, das keine Chance auf biologische Kinder hat, sein sollte, diese Debatte voranzutreiben.“ Die Debatte müsse getrieben sein von denen, um die es gehe: Es gehe um den Körper der Frau, um Mutterschaft und um die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Deswegen nehme er sich da in aller Demut zurück. Für ihn persönlich sei Leihmutterschaft kein Weg, bekräftigte Evers.
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sei in der politischen und gesellschaftlichen Debatte nun der Blick auf „das Wesentliche“ frei, so Evers. „Das Wesentliche an diesem Sachverhalt ist ja in der Tat der dahinterstehende ethische Konflikt zwischen dem Kinderwunsch eines Paares, dem keine biologischen Kinder möglich sind, und dem Umstand, dass wir in Deutschland aus guten Gründen, dass wir in der CDU aus guten Gründen uns gegen Leihmutterschaft aussprechen.“
Eine Veränderung des gesetzlichen Rahmens für die juristisch tolerierte Leihmutterschaft im Ausland strebt Evers nicht an. Das halte er für ethisch ausgesprochen schwierig, denn am Ende gehe es um die Frage, wie man damit umgehe, wenn dann ein Kind geboren werde. Man werde mit diesem Spannungsfeld weiter umgehen müssen, es weiter aushalten müssen. Das heiße aber nicht, dass man hierzulande alles erlauben solle. Ganz im Gegenteil, man habe eigene Überzeugungen und Haltungen zu bestimmten Fragestellungen. Die flössen auch in die Gesetzgebung und als Partei in die Beschlussfassungen ein. Dazu stehe er, dazu stehe auch die Berliner CDU in dieser Frage ganz ausdrücklich.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Stefan Evers (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Stefan Evers, CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, sagt, dass die Debatte um Leihmutterschaft vor allem von Frauen geführt werden solle, da es um deren Körper gehe
- Er betont, Leihmutterschaft sei für ihn persönlich kein Weg und er strebt keine Veränderung des gesetzlichen Rahmens für die juristisch tolerierte Leihmutterschaft im Ausland an
- Evers verweist darauf, dass weiterhin mit dem ethischen Konflikt und dem Spannungsfeld um die Geburt eines Kindes umgegangen werden müsse, die CDU aber weiterhin eine ablehnende Haltung einbringe
Warum ist das wichtig?
- Die Debatte um Leihmutterschaft betrifft vor allem den Körper der Frau, Mutterschaft und die Beziehung zwischen Mutter und Kind, daher sollen Frauen sie vorantreiben
- Evers sieht Leihmutterschaft als ethisch schwierigen Konflikt zwischen Kinderwunsch und der Situation, dass die biologische Kinderführung nicht möglich ist
- Evers will den gesetzlichen Rahmen für juristisch tolerierte Leihmutterschaft im Ausland nicht ändern, betont aber, dass eigene ethische Überzeugungen und Haltung in die Gesetzgebung einfließen sollen
Wer ist betroffen?
- Stefan Evers
- Frauen als Betroffene der Debatte um Leihmutterschaft
- Kinder bzw. Paare mit Kinderwunsch, denen keine biologischen Kinder möglich sind
Zahlen/Fakten?
- Keine Angabe
Wie geht’s weiter?
- Stefan Evers will den gesetzlichen Rahmen in Deutschland für juristisch tolerierte Leihmutterschaft im Ausland nicht verändern
- Er sagt, man müsse das ethische Spannungsfeld künftig weiter aushalten und weiter damit umgehen
- Leihmutterschaft sei für ihn persönlich kein Weg und die Berliner CDU spreche sich dagegen aus
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