Wirtschaft & Arbeit in Deutschland
München () – Nur 45 Prozent der geringer qualifizierten Beschäftigten in Deutschland nehmen an betrieblichen Weiterbildungen teil. Das ergab eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts und der Technischen Universität München (TUM) unter 3.700 Befragten.
Bei höher qualifizierten Beschäftigten war die Beteiligung demnach mit 67 Prozent deutlich höher. „Höherqualifizierte erwarten durch die Teilnahme an Weiterbildungen deutlich mehr Vorteile für Beruf und Karriere, während geringer qualifizierte Beschäftigte die Erträge durch Weiterbildung unterschätzen“, sagte Philipp Lergetporer, Ifo-Forschungsprofessor und Professor für Economics am TUM Campus Heilbronn.
Die Studie untersuchte, welche Vorteile Beschäftigte durch Weiterbildungen erwarteten. Laut Co-Autorin Hanna Brosch, Ökonomin am TUM Campus Heilbronn, erwarteten die Beschäftigten sowohl einen höheren Verdienst nach Weiterbildungsmaßnahmen als auch nicht-monetäre Erträge wie bessere Aufstiegschancen, interessantere Tätigkeiten und ein geringeres Risiko, den Job zu verlieren. Im Durchschnitt erwarteten die Beschäftigten sechs Jahre nach Beginn regelmäßiger Weiterbildung fast neun Prozent mehr Gehalt als ohne Weiterbildung.
Die Studie nutzte Daten einer Online-Befragung von über 3.700 abhängig Beschäftigten zwischen 25 und 55 Jahren. Durch ein Befragungsexperiment konnten die Forscher Maßnahmen zur Erhöhung der Weiterbildungsbereitschaft ableiten. Franziska Pfaehler vom Ifo-Zentrum für Bildungsökonomik sagte, dass Informationen über Erträge die Weiterbildungsabsichten insbesondere von geringer qualifizierten Beschäftigten erhöhten. Kurze, kostengünstige Informations- und Kommunikationsmaßnahmen der Arbeitgeber könnten die Weiterbildungsteilnahme steigern.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundesagentur für Arbeit (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Nur 45 Prozent der geringer qualifizierten Beschäftigten in Deutschland nehmen an betrieblichen Weiterbildungen teil, gegenüber 67 Prozent bei höher qualifizierten
- Laut Ifo/TUM-Studie unterschätzen geringer qualifizierte Beschäftigte die Erträge von Weiterbildung; Informations- und Kommunikationsmaßnahmen der Arbeitgeber können die Weiterbildungsabsicht erhöhen
Warum ist das wichtig?
- Weiterbildungsteilnahme ist bei geringer qualifizierten Beschäftigten deutlich seltener, obwohl diese durch passende Informationen über erwartbare Erträge häufiger teilnehmen würden
- Höherqualifizierte erwarten deutlich mehr Vorteile und profitieren langfristig finanziell; im Durchschnitt werden etwa 9 Prozent mehr Gehalt nach regelmäßiger Weiterbildung erwartet
- Arbeitgeber können mit kurzen, kostengünstigen Informations- und Kommunikationsmaßnahmen die Weiterbildungsbereitschaft insbesondere von geringer qualifizierten Beschäftigten erhöhen
Wer ist betroffen?
- Geringer qualifizierte Beschäftigte in Deutschland
- Höher qualifizierte Beschäftigte in Deutschland
Zahlen/Fakten?
- 45 Prozent der geringer qualifizierten Beschäftigten nehmen an betrieblichen Weiterbildungen teil
- 67 Prozent Beteiligung bei höher qualifizierten Beschäftigten
- Studie: Befragung von über 3.700 abhängig Beschäftigten; im Durchschnitt fast 9 Prozent mehr Gehalt nach regelmäßiger Weiterbildung
Wie geht’s weiter?
- Arbeitgeber sollen Informationen über die erwarteten Erträge von Weiterbildung stärker kommunizieren, besonders damit geringer qualifizierte Beschäftigte eher teilnehmen
- Kurze, kostengünstige Informations- und Kommunikationsmaßnahmen durch Unternehmen könnten die Teilnahme an Weiterbildung erhöhen
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