Stauffenberg-Enkel verteidigt AfD-Kranz bei Gedenkfeier

20. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: AfD und Gedenken im Bendlerblock

() – Karl Schenk Graf von Stauffenberg, der Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, verteidigt das Recht der AfD, einen Kranz bei der Gedenkveranstaltung niederzulegen, kritisiert die Partei aber scharf.

Dem Nachrichtensender „Welt“ sagte der Stauffenberg-Enkel: „Zunächst einmal darf man der AfD, glaube ich, nicht verwehren, einen Kranz niederzulegen. Dafür sind wir Demokraten, dafür müssen wir schauen, dass wir eben auch andersdenkende Menschen zu Wort kommen lassen.“

Gleichzeitig nannte er den Umgang der AfD mit seinem Großvater „ganz grauenhaft und ganz widerlich“. Die Partei missbrauche seinen Großvater für die eigenen Zwecke und versuche, ihn aus seiner Zeit herauszureißen.

Karl Schenk Graf von Stauffenberg verwehrt sich vor allem gegen die Behauptung der AfD, sein Großvater würde heute die AfD wählen. Sein Großvater habe die Geschichte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nie so erleben können, wie wir sie in den letzten 80 Jahren erleben durften. Er habe aber dennoch sein Leben dafür gegeben, um Terror und Unrecht zu beenden. Auch deshalb sei der Stauffenberg-Witz des Kabarettisten Uwe Steimle bei einer AfD-Veranstaltung vergangene Woche „ganz besonders widerlich“ gewesen.

Das Gedenken an die Ereignisse vom 20. Juli 1944 sei auch heute noch wichtig – aber „nur dann, wenn auch Lehren aus der Geschichte gezogen werden und daraus Konsequenzen für uns alle entstehen“, mahnte Karl Schenk Graf von Stauffenberg. Demokratie habe „uns Freiheit, Frieden und Wohlstand gebracht“, aber Demokratie bedeute auch, dafür zu sorgen, „dass solche menschenverachtenden Unrechtsregime wie die NS-Zeit, aber auch das DDR-Regime, in unserem Land nicht wieder vorkommen können“.

Bei der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung zum Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats auf Adolf Hitler war es zu einem Eklat wegen eines Kranzes gekommen. Ein Großneffe des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, versuchte, ein Gebinde der AfD-Bundestagsfraktion an der Gedenkstätte im Bendlerblock zu entfernen. Es folgte ein Handgemenge mit Sicherheitskräften.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: AfD-Logo (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Stauffenberg-Enkel verteidigt AfD-Kranz bei Gedenkfeier

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Karl Schenk Graf von Stauffenberg verteidigt das Recht der AfD, bei der Gedenkveranstaltung zum 20. Juli einen Kranz niederzulegen
  • Er kritisiert die AfD scharf, weil sie seinen Großvater Claus Schenk Graf von Stauffenberg für eigene Zwecke missbrauche und behauptet werde, er würde heute AfD wählen
  • Bei der Gedenkveranstaltung im Bendlerblock kam es zu einem Eklat, als Tobias Korenke ein AfD-Gebinde entfernen wollte und es anschließend zu einem Handgemenge mit Sicherheitskräften kam

Warum ist das wichtig?

  • AfD darf bei der Gedenkveranstaltung einen Kranz niederlegen, weil das Recht auf Meinungsäußerung und das Zulassen anderer Positionen zum demokratischen Prinzip gehört
  • Das Gedenken an den 20. Juli 1944 ist wichtig, damit aus der Geschichte Lehren gezogen werden und Konsequenzen für die Gegenwart entstehen
  • Demokratie soll verhindern, dass menschenverachtende Unrechtsregime wie in der NS- und DDR-Zeit wieder in Deutschland vorkommen

Wer ist betroffen?

  • Karl Schenk Graf von Stauffenberg, Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg
  • Die AfD (Bundestagsfraktion) bzw. deren Kranz bei der Gedenkveranstaltung
  • Tobias Korenke (Großneffe von Dietrich Bonhoeffer)

Zahlen/Fakten?

    1. Juli 1944
  • Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats auf Adolf Hitler
  • In den letzten 80 Jahren erlebt die freiheitlich-demokratische Grundordnung so, wie sein Großvater sie nicht erleben konnte

Wie geht’s weiter?

  • Er betont, dass das Niederlegen eines Kranzes durch die AfD demokratisch erlaubt ist
  • Er kritisiert, die AfD missbrauche seinen Großvater und versuche, ihn aus seiner Zeit herauszureißen
  • Er fordert, aus dem 20. Juli 1944 Lehren zu ziehen und Konsequenzen für alle zu ziehen, damit NS- und DDR-Unrechtsregime nicht wiederkehren
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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