Mercator-Institut warnt VW vor Import von China-Autos

20. Juli 2026
1 min Lesezeit

Wirtschaftspolitik: MERICS warnt Volkswagen in

Berlin () – Der Direktor des Mercator Instituts für -Studien (Merics) mit Sitz in Berlin, Mikko Huotari, hat Volkswagen davor gewarnt, in China gebaute Autos nach zu importieren oder chinesischen Autoherstellern Produktionskapazitäten in den hauseigenen Werkshallen in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Entsprechende Vorschläge hatte VW-Chef Blume in den vergangenen Wochen gemacht, um der Krise bei VW entgegenzuwirken. Huotari sagte der „Welt“, er halte das für eine sehr riskante Wette.

Die von VW in China allein oder im Rahmen von Joint Ventures produzierten Autos seien auch darum wettbewerbsfähiger, weil sie in einem Umfeld staatlicher Steuerung und Subventionen entstehen und unter Arbeitsbedingungen hergestellt werden, die man hier nicht wolle, so der international renommierte China-Experte. Er sagte zudem: „Für VW mag diese Wette kurz- oder mittelfristig noch aufgehen. Aber es entsteht ein importierter Preis- und Wettbewerbsdruck in der deutschen Volkswirtschaft, etwa auf Zulieferer und andere Autohersteller, der sich neben dem Innovationsdruck eben auch aus unfairen Wettbewerbsbedingungen und Arbeitsbedingungen speist, die wir hier nicht kopieren wollen.“ Beides entspreche nicht den Standards einer sozialen Marktwirtschaft und sollte sich darum auch nicht etablieren.

Huotari verwies zudem darauf, dass israelische und kanadische Rüstungsunternehmen angeboten hätten, möglicherweise nicht ausgelastete Produktionskapazitäten bei VW in Deutschland nutzen zu wollen. Er fragte, ob es aus geostrategischen Gründen nicht viel besser wäre, ein solches Angebot anzunehmen, als mit China einem strategischen Rivalen die Türen zu öffnen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Volkswagen (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Mercator-Institut warnt VW vor Import von China-Autos

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Mikko Huotari vom Merics warnt Volkswagen davor, in China produzierte Autos nach Deutschland zu importieren oder chinesischen Herstellern Produktionskapazitäten in deutschen VW-Werken bereitzustellen
  • Huotari begründet das mit wettbewerbsfähigen Bedingungen in China durch staatliche Steuerung und Subventionen sowie Arbeitsbedingungen, die in Deutschland nicht übernommen werden sollen
  • Er verweist darauf, dass auch israelische und kanadische Rüstungsunternehmen Produktionskapazitäten bei VW angeboten hätten und stellt die Frage, warum Volkswagen stattdessen China öffnet

Warum ist das wichtig?

  • Import von in China produzierten Autos oder Nutzung chinesischer Produktionskapazitäten in Deutschland würde Wettbewerbs- und Preisdruck erzeugen, u. a. für Zulieferer und andere Autohersteller
  • Wettbewerb würde durch unfairere Bedingungen wie staatliche Subventionen und Arbeitsstandards verschärft und widerspräche sozialen Marktwirtschafts-Standards
  • Öffnung gegenüber China könnte aus geostrategischen Gründen riskant sein, da andere Angebote (z. B. aus dem Rüstungsbereich) alternative Nutzung von Kapazitäten darstellen könnten

Wer ist betroffen?

  • Volkswagen
  • VW-Chef Blume
  • Zulieferer und andere Autohersteller in Deutschland

Zahlen/Fakten?

  • Volkswagen importierte in China gebaute Autos nach Deutschland oder stellte chinesischen Autoherstellern Produktionskapazitäten in deutschen Werkshallen zur Verfügung
  • Huotari bezeichnete das als sehr riskante Wette
  • Es entstehe importierter Preis- und Wettbewerbsdruck unter anderem auf Zulieferer und andere Autohersteller

Wie geht’s weiter?

  • Volkswagen sollte keine in China gebauten Autos nach Deutschland importieren und chinesischen Autoherstellern keine Produktionskapazitäten in deutschen Werkshallen anbieten
  • Der Druck auf Zulieferer und andere Autohersteller sowie ungünstige Arbeitsbedingungen könnten durch unfairen Wettbewerb zunehmen, weshalb dies nicht den Standards einer sozialen Marktwirtschaft entspricht
  • Es sollte stattdessen geprüft werden, ob geostrategisch besser ist, Angebote von Rüstungsunternehmen zur Nutzung von Produktionskapazitäten anzunehmen statt China zu öffnen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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