Politik: Kliniken in Gefahr – Berlin
Berlin () – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fürchtet, dass ein Drittel der Kliniken das am Freitag vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überleben wird.
„Wir müssen damit rechnen, dass noch mehr Kliniken in die Schieflage geraten. Seit 2022 haben bundesweit schon 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz angemeldet. Einige davon sogar schon zum zweiten Mal. Die Reform senkt die Kreditwürdigkeit der Häuser, schon jetzt haben viele nur liquide Mittel für vier Wochen. Es droht eine Insolvenzwelle über drei Jahre, in der Zeit droht ein Drittel der Kliniken zu verschwinden“, sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Besonders bedroht seien Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen.
Als Erstes würden Kliniken Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen, die die größten Verlustbringer in den Häusern seien. „Schon in den vergangenen zehn Jahren haben viele Geburtshilfen geschlossen. Bundesweit haben wir nur noch rund 570 Geburtshilfen, früher waren es mal fast 1.200. Es ist der Bereich, der am meisten quer subventioniert wird. Das wird nicht mehr möglich sein. Hier drohen nach einer aktuellen Umfrage unter den Klinikträgern 61 Prozent der Geburtshilfen wegzufallen oder die Versorgung einzuschränken“, sagte Gaß weiter. Zahlreiche Kliniken würden ihre Notaufnahme schließen und nicht mehr für 24 Stunden erreichbar sein.
Der DKG-Chef rief nun die Länder auf, den Kliniken zu helfen: „Wir setzen auf die Länder. Die Länder müssen die Hälfte des Sparvolumens von acht Milliarden Euro ausgleichen, also vier Milliarden zahlen. Sonst gibt es ein kaltes Kliniksterben zulasten der Patienten und Regionen.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Deutsche Krankenhausgesellschaft befürchtet, dass ein Drittel der Kliniken das vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überlebt
- Seit 2022 haben bundesweit 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz angemeldet; es drohe eine Insolvenzwelle über drei Jahre
- Betroffen wären vor allem Grund- und Regelversorger; als Folge werden Schließungen oder Einschränkungen von Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen erwartet, während die Länder vier Milliarden Euro ausgleichen sollen
Warum ist das wichtig?
- Gefahr, dass durch das Krankenkassen-Sparpaket bis zu ein Drittel der Kliniken das nicht überlebt und es über drei Jahre zu einer Insolvenzwelle kommt
- Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen könnten zuerst schließen oder eingeschränkt werden, wodurch die Versorgung für Patienten in ländlichen Regionen gefährdet wird
- Länder sollen die Hälfte des Sparvolumens (vier Milliarden Euro) ausgleichen, sonst droht ein „kaltes Kliniksterben“ zulasten von Patienten und Regionen
Wer ist betroffen?
- Ein Drittel der Kliniken
- Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen
- Kliniken mit geschlossenen bzw eingeschränkten Bereichen wie Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen
Zahlen/Fakten?
- 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten seit 2022 Insolvenz angemeldet
- 570 Geburtshilfen bundesweit; früher fast 1.200
- Länder sollen Hälfte des Sparvolumens von 8 Milliarden Euro ausgleichen: 4 Milliarden Euro; 61 Prozent der Geburtshilfen drohen wegzufallen oder eingeschränkt zu werden
Wie geht’s weiter?
- Viele Kliniken würden als Erstes Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen oder einschränken
- Die Länder sollen die Hälfte des Sparvolumens von acht Milliarden Euro ausgleichen, sonst drohe ein kaltes Kliniksterben zugunsten der Patienten und Regionen
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