Union hält an nationaler Altersbeschränkung für soziale Medien fest

13. Juli 2026
1 min Lesezeit

Politik: Altersgrenzen im Jugendschutz

() – Die Unionsfraktion im Bundestag will weiterhin eine nationale Altersbeschränkung für Jugendliche in sozialen Medien. Der Vorschlag eines EU-Expertengremiums unterstreiche den Handlungsbedarf für mehr Kinderschutz im Netz, sagte Fraktionsvize Anja Weisgerber (CSU) der „Rheinischen Post“. Deshalb setze man sich für ein risikobasiertes Schutzkonzept für Kinder zwischen 13 und 16 Jahren ein, das sich an den tatsächlichen Gefahren der jeweiligen sozialen Plattform oder ähnlicher Dienste orientiert.

Es sei gut, dass die EU-Expertenkommission ebenfalls in die Richtung eines risikobasierten Schutzkonzeptes denke. „Eine europäische Regelung wäre sicher der beste Weg, um einheitliche Standards für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum zu schaffen“, sagte Weisgerber. Allerdings werde ein Gesetzgebungsverfahren mit 27 Mitgliedstaaten voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Und auch die inhaltlichen Vorschläge der EU müsse man sich dann noch genau anschauen.

Weisgerber fuhr fort: „Deshalb treiben wir parallel gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Prien und dem Koalitionspartner eine nationale Regelung voran. So können wir den Schutz von Kindern im Netz schneller verbessern und zugleich den europäischen Gesetzgebungsprozess konstruktiv mitgestalten.“

Am Montag hatte eine Expertenkommission EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen einen Bericht mit Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den sozialen Medien vorgelegt. Darin sprachen sich die Experten unter anderem für ein Mindestnutzungsalter von 13 Jahren aus.

Die Linke kritisierte diesen Vorschlag. „Kinder aus dem Netz zu drängen, ist keine Schutzpolitik“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Verpflichtende Altersverifikationen greifen massiv in Grundrechte ein, werfen grundlegende Datenschutzfragen auf, schaffen potenziell neue Abhängigkeiten von Identitätsinfrastrukturen und lösen das strukturelle Problem kein bisschen.“ Stattdessen brauche es konsequentere Plattformregulierungen. „Soziale Medien müssen standardmäßig ohne suchtverstärkende Algorithmen, personalisierte Ausspielungen und Endlos-Scrollen betrieben werden“, fuhr Gohlke fort.

Auch die Grünen fordern verbindliche Regeln für die Tech-Konzerne. Denise Loop, jugendpolitische Sprecherin, sagte der Zeitung: „Wer Kinder und Jugendliche wirksam schützen will, muss die Plattformen selbst verändern: Suchtfördernde Funktionen gehören standardmäßig abgeschaltet, Schutzmechanismen aktiviert und KI-generierte Inhalte klar gekennzeichnet.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Junge Leute mit Smartphones (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Union hält an nationaler Altersbeschränkung für soziale Medien fest

Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt

Was ist passiert?

  • Die Unionsfraktion will weiterhin eine nationale Altersbeschränkung für Jugendliche in sozialen Medien beibehalten und sich für ein risikobasiertes Schutzkonzept für 13- bis 16-Jährige einsetzen
  • Eine EU-Expertenkommission hat einen Bericht mit Empfehlungen vorgelegt, unter anderem ein Mindestnutzungsalter von 13 Jahren
  • Die Linke kritisiert verpflichtende Altersverifikationen wegen Grundrechts- und Datenschutzbedenken, während die Grünen verbindliche Regeln für Tech-Konzerne fordern

Warum ist das wichtig?

  • Kinder und Jugendliche sollen in sozialen Medien besser geschützt werden, indem ein risikobasiertes Schutzkonzept für 13- bis 16-Jährige an den tatsächlichen Gefahren der jeweiligen Plattform ausgerichtet wird
  • Einheitliche europäische Standards könnten den digitalen Kinderschutz vereinheitlichen, während eine nationale Regelung schneller Verbesserungen ermöglichen soll
  • Kritiker sehen verpflichtende Altersverifikationen als Grundrechts- und Datenschutzproblem und fordern stattdessen strengere Regulierungen der Plattformfunktionen, um Suchtmechanismen zu reduzieren

Wer ist betroffen?

  • Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, die soziale Medien nutzen
  • Kinder und Jugendliche im digitalen Raum insgesamt, die von Schutzmaßnahmen betroffen sind
  • Tech-Konzerne/Plattformanbieter, deren Funktionen durch Regeln verändert werden sollen

Zahlen/Fakten?

  • Nationale Altersbeschränkung für Jugendliche in sozialen Medien; Schutzkonzept für Kinder zwischen 13 und 16 Jahren risikobasiert nach Gefahren der Plattform
  • EU-Expertenkommission empfiehlt Mindestnutzungsalter von 13 Jahren
  • EU-Gesetzgebungsverfahren mit 27 Mitgliedstaaten dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen

Wie geht’s weiter?

  • Die Unionsfraktion treibt parallel zur EU ein nationales risikobasiertes Schutzkonzept für Kinder zwischen 13 und 16 Jahren voran, das sich an den tatsächlichen Gefahren der jeweiligen Plattform orientiert
  • Das EU-Gesetzgebungsverfahren mit 27 Mitgliedstaaten soll erst später abgeschlossen werden, die EU-Vorschläge will man dann genau prüfen
  • Linke und Grüne fordern stattdessen strengere Plattformregulierung statt verpflichtender Altersverifikationen und wollen Funktionen wie suchtfördernde Algorithmen bzw. Endlos-Scrollen standardmäßig abschalten
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