Zahl der Polizei-Beschwerden in NRW stieg 2025 um rund 29 Prozent

7. Juli 2026
1 min Lesezeit

Zahl der Polizei-Beschwerden in NRW stieg 2025 um rund 29 Prozent

Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaft: Zunahme von Polizeibeschwerden in NRW

() – Die Zahl der Beschwerden gegen Polizeikräfte in ist im vergangenen Jahr spürbar gestiegen. Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht darin einen Vertrauensbeweis, berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf den neuen Beschwerdebericht der Polizei.

Demnach gingen 2025 insgesamt 4.418 Beanstandungen von Bürgern beim Land ein.

Das bedeutete ein Plus von 28,5 Prozent im Vorjahresvergleich.

Seit 2021 werden landesweit alle Beschwerden von Bürgern über die Beschäftigten der Polizei in einem landesweiten Beschwerdemanagement erfasst. Registriert werden ebenso Eingaben, in denen der Polizei Lob und Dank zum Ausdruck gebracht wird.

Hier verzeichnete man 2025 ein Plus von rund 15 Prozent auf 676 Eingaben.

Von den 4.418 Beschwerden konnten 2.772 abschließend bearbeitet und bewertet werden. 5,6 Prozent der Fälle wurden als begründete Eingaben anerkannt.

Oft geht es bei Beschwerden um Auftreten und Kommunikation der Beamten. Von elf abschließend geprüften Verdachtsfällen auf unrechtmäßige Polizeigewalt wurde kein einziger durch die Staatsanwaltschaft bestätigt.

Weitere 20 Verfahren dieser Art sind aber noch nicht abgeschlossen.

Von 52 abschließend geprüften Diskriminierungsvorwürfen wurde ebenfalls keiner bestätigt. In 36 Fällen steht eine abschließende Bewertung aber noch aus.

Die meisten Diskriminierungsvorwürfe gegen Polizisten bezogen sich auf die ethnische Herkunft.

Die Zahlen zeigten schwarz auf weiß, dass die Polizisten tagtäglich unter oft schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit leisteten, sagte Reul der Zeitung. „Wer bei fünf Millionen Einsätzen im Jahr nur in 0,08 Prozent der Fälle eine Beschwerde provoziert, arbeitet rechtsstaatlich sauber und professionell. Jede berechtigte Kritik nehmen wir ernst und gehen ihr konsequent nach, aber die Fakten widerlegen jedes pauschale Misstrauen gegenüber unserer Polizei.“

Im Innenministerium wird lobend erwähnt, dass 42 Prozent der erledigten Fälle im persönlichen Gespräch geklärt werden konnten und es eine hohe Dialogbereitschaft in den Behörden gebe.

Allerdings stelle man eine Zunahme von Mehrfach-Eingaben fest, die offenbar von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert würden und unnötig Verwaltungsressourcen in Anspruch nähmen, hieß es.

Der Beschwerdebericht der Polizei findet in diesem Jahr in der schwarz-grünen Koalition besondere Beachtung.

Die Grünen hatten zuletzt gegen Vorbehalte in der CDU den Posten einer unabhängigen Polizeibeauftragten beim Landtag durchgesetzt und ein Landesantidiskriminierungsgesetz auf den Weg gebracht, das viele Polizisten als Misstrauensgesetz ablehnen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Polizei (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Zahl der Beschwerden gegen Polizeikräfte in NRW ist um 28,5 Prozent auf 4.418 gestiegen.
  • 5,6 Prozent der bearbeiteten Fälle wurden als begründet anerkannt.
  • Zunahme von Mehrfach-Eingaben, die offenbar von Künstlicher Intelligenz gesteuert sind.

Warum ist das wichtig?

  • Steigende Zahl der Beschwerden zeigt erhöhte Bürgerbeteiligung und Vertrauen in die Polizei
  • Ergebnisse der Beschwerden können zur Verbesserung der Polizeiarbeit und Dialogbereitschaft beitragen
  • Der hohe Anteil an klärenden Gesprächen zeigt ein Bemühen um Transparenz und Verantwortlichkeit

Wer ist betroffen?

  • Bürger in Nordrhein-Westfalen
  • Polizeibeamte
  • Innenministerium

Zahlen/Fakten?

  • 4.418 Beanstandungen von Bürgern im Jahr 2025
  • Plus von 28,5 Prozent im Vorjahresvergleich
  • 5,6 Prozent der 2.772 bearbeiteten Fälle waren als begründete Eingaben anerkannt

Wie geht’s weiter?

  • Weiterverfolgung der noch offenen Verfahren zu unrechtmäßiger Polizeigewalt und Diskriminierungsvorwürfen
  • Stärkung des Dialogs zwischen Polizei und Bürgern
  • Beurteilung und mögliche Anpassung des Beschwerdemanagements aufgrund der Mehrfach-Eingaben
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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