Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Kritik an Fördervorgaben für Demokratie in Berlin
Berlin () – Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat deutliche Kritik an den vom Bundesfamilienministerium verkündeten neuen Fördervorgaben für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ geübt. Das Haber-Verfahren, nachdem sich zivilgesellschaftliche Organisationen künftig vom Verfassungsschutz vorab überprüfen lassen müssen, sei „intransparent“, sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung, der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe). „Betroffene erfahren häufig nicht, welche Erkenntnisse zugrunde liegen oder wie sie sich dagegen wehren können.“
Gerade für zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Demokratie einsetzen, sei, wie der Geschäftsführer sagte, ein solches Verfahren „nur dann akzeptabel, wenn es nachvollziehbar, überprüfbar und rechtsstaatlich ausgestaltet ist“. Geheimdienstliche Prüfungen ohne ausreichende Transparenz würden die Gefahr bergen, „Vertrauen zu beschädigen und zivilgesellschaftliches Engagement unnötig unter Generalverdacht zu stellen“, fuhr er fort.
Die Amadeu-Antonio-Stiftung hält ihrem Geschäftsführer zufolge auch an ihrer Kritik fest, „dass sich der Schwerpunkt des Programms zu stark in Richtung staatlicher Regelstrukturen verschiebt und diese strukturell überfordert“. Angesichts der aktuellen Entwicklung rechtsextremer Jugendkulturen und digitaler Radikalisierung brauche es „vielmehr starke, unabhängige Fachorganisationen.“ Man gehe im Kern davon aus, „dass das zivilgesellschaftliche Engagement insbesondere in Ostdeutschland geschwächt wird und durch den Umbruch der Förderstruktur Fachlichkeit verloren geht“.
Die Stiftung begrüße zugleich „ausdrücklich, dass das Bundesfamilienministerium nach intensiven Gesprächen und deutlicher Kritik zentrale Hinweise der Zivilgesellschaft aufgegriffen hat“, so Reinfrank. Besonders wichtig sei, „dass der digitale Raum erstmals als eigenes Handlungsfeld verankert wird“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Messestand von Demokratie leben (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert neue Fördervorgaben des Bundesfamilienministeriums für "Demokratie leben".
- Haber-Verfahren sorgt für Intransparenz, zivilgesellschaftliche Organisationen müssen vorab vom Verfassungsschutz überprüft werden.
- Stiftung warnt vor Verlust von Vertrauen und Fachlichkeit im zivilgesellschaftlichen Engagement, insbesondere in Ostdeutschland.
Warum ist das wichtig?
- Erhöhung der Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Förderverfahren notwendig
- Vertraulichkeit von Geheimdienstprüfungen könnte zivilgesellschaftliches Engagement gefährden
- Wichtigkeit starker, unabhängiger Fachorganisationen in der Bekämpfung von Extremismus
Wer ist betroffen?
- zivilgesellschaftliche Organisationen
- Amadeu-Antonio-Stiftung
- Betroffene durch Verfassungsschutzprüfungen
Zahlen/Fakten?
- Kritik an neuen Fördervorgaben für "Demokratie leben"
- Forderung nach Transparenz bei Verfassungsschutzprüfungen
- Besorgnis über Schwächung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Ostdeutschland
Wie geht’s weiter?
- Überprüfung des Haber-Verfahrens auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit anstreben
- Forderung nach starken, unabhängigen Fachorganisationen zur Bekämpfung rechtsextremer Jugendkulturen
- Notwendigkeit zur Sicherstellung des zivilgesellschaftlichen Engagements, insbesondere in Ostdeutschland
- Nato-Generalsekretär hält Einsatz im Persischen Golf für möglich - 1. Juli 2026
- England gewinnt WM-Sechzehntelfinale gegen DR Kongo - 1. Juli 2026
- Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert "Demokratie leben"-Reform - 1. Juli 2026
