Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland
Berlin () – Das aus Sicht vieler Experten mangelnde Reformtempo der Bundesregierung löst in der Wirtschaft zunehmend Wut aus und gefährdet laut dem Präsidenten des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) zudem das gesamte deutsche Gesellschaftsmodell.
BDI-Chef Peter Leibinger sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Stimmung unter Unternehmern und Managern sei „extrem negativ, teils regelrecht aggressiv“. „Beim Start der Regierung im Mai war die Lage der Wirtschaft kritisch, die Stimmung aber hoffnungsvoll. Jetzt sind die Probleme immer noch da, viele in den Unternehmen sind aber so maßlos enttäuscht, wie ich es noch nie erlebt habe“, so der BDI-Chef.
„Wir stecken in der schwersten Wirtschaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik: längste Rezession, Produktionsschwund seit 2018, geringes Produktivitätswachstum, letzter im Wachstum unter den großen Volkswirtschaften. Unser Gesellschaftsmodell droht uns zwischen den Fingern zu zerrinnen.“
Leibinger räumte ein, dass tiefgehende Reformen Zeit bräuchten und die Erwartungen der Wirtschaft an Union und SPD teilweise überzogen gewesen seien. „Aber: Die Regierung müsste den Menschen besser das Gefühl vermitteln, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte er. „Was wir bräuchten, wären erkennbare Symbole. Dass man zum Beispiel Vorschriften einfach mal aussetzt.“ Zwar gebe es immer 1.000 Gründe, warum das im Einzelfall nicht gehe. „Aber das Signal wäre: Wir haben verstanden.“
Sorgen bereiten dem BDI-Chef vor allem Attacken chinesischer Unternehmen auf deutsche Vorzeigebranchen wie die Auto- und die Chemieindustrie sowie den Maschinenbau. „Unser industrieller Kern ist in der Tat in Gefahr, weil China unser Geschäftsmodell nachbaut, dabei aber günstiger und vor allem viel schneller ist als wir“, sagte Leibinger. „Bürokratie, geringe Arbeitszeiten, mangelnde Flexibilität – das sind alles Dinge, die uns Geschwindigkeit kosten. Mit Zöllen und weniger offenen Weltmärkten werden wir fertig. Unser Kernproblem ist die Geschwindigkeit. Wir sind schlicht viel zu langsam.“
Klar Stellung bezog der 58-Jährige mit Blick auf die jüngsten Annäherungsversuche des Familienunternehmerverbands an die AfD. „Parteien, deren Grundprinzip die Polarisierung der Gesellschaft und das Säen von Hass ist, rütteln nach unserer festen Überzeugung an den Grundfesten unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells“, sagte er. Auch für ihn persönlich seien „Rassismus und Antisemitismus völlig inakzeptabel“, so Leibinger. „Mit Antisemiten kann und will ich nicht reden.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz am 15.12.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- BDI-Chef Peter Leibinger kritisiert das mangelhafte Reformtempo der Bundesregierung und steigende Wut in der Wirtschaft.
- Die Stimmung unter Unternehmern ist extrem negativ, die Wirtschaft steckt in der schwersten Krise seit Gründung der Bundesrepublik.
- Leibinger warnt vor Attacken chinesischer Unternehmen auf deutsche Industrien und betont die Notwendigkeit von Geschwindigkeit in der Wirtschaft.
Warum ist das wichtig?
- Mangelndes Reformtempo gefährdet das deutsche Gesellschaftsmodell.
- Negative Stimmung in der Wirtschaft könnte langfristige Folgen für die Industrie haben.
- China's Angriffe auf deutsche Branchen erfordern dringende Maßnahmen zur Steigerung der Geschwindigkeit und Flexibilität.
Wer ist betroffen?
- Bundesregierung
- Unternehmer und Manager
- deutsche Industrie
Zahlen/Fakten?
- längste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik
- Produktionsschwund seit 2018
- Deutschland ist letzter im Wachstum unter den großen Volkswirtschaften
Wie geht’s weiter?
- Verbesserung des Reformtempos der Bundesregierung anstreben
- Erkennbare Symbole setzen, um Vertrauen zurückzugewinnen
- Geschwindigkeit in der Industrie und Bürokratie erhöhen
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