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Wirtschaft: Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland
Wiesbaden () – Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Mai 2026 um 2,2 Prozent höher gewesen als im Mai 2025.
Einen höheren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben (+2,5 Prozent gegenüber Mai 2022). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat April 2026 um 0,3 Prozent.
Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern (+4,2 Prozent) zurückzuführen. Die Preise für Energie (+2,5 Prozent) stiegen ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auch Investitionsgüter (+2,0 Prozent) und Gebrauchsgüter (+2,0 Prozent) waren im Mai 2026 teurer als ein Jahr zuvor. Günstiger waren hingegen Verbrauchsgüter (-1,7 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 um 2,3 Prozent, gegenüber April 2026 stiegen sie um 0,7 Prozent.
Energie war im Mai 2026 um 2,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2026 sanken die Energiepreise allerdings um 0,4 Prozent. Durch die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten blieben die Preise für Mineralölerzeugnisse im Mai 2026 annähernd auf dem im April 2026 erreichten hohen Niveau. Gegenüber Mai 2025 stiegen die Mineralölpreise um 34,9 Prozent, gegenüber April 2026 sanken sie aber um 2,5 Prozent. Rohbenzin (Naphtha) kostete 60,9 Prozent mehr als im Mai 2025, während die Preise für leichtes Heizöl um 52,8 Prozent und für Kraftstoffe um 24,2 Prozent stiegen.
Demgegenüber gab es bei Erdgas und elektrischem Strom, auch bedingt durch das immer noch hohe Preisniveau seit Beginn des Kriegs in der Ukraine, im Mai 2026 sogar Preissenkungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Erdgas in der Verteilung kostete über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 1,3 Prozent weniger. Die Preise für Strom fielen gegenüber Mai 2025 um 4,6 Prozent, Fernwärme war 0,5 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.
Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Mai 2026 um 4,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+1,4 Prozent gegenüber April 2026).
Für den Preisanstieg gegenüber Mai 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+11,1 Prozent). Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+59,4 Prozent) stiegen deutlich. Für Kupfer und Halbzeug daraus musste 24,5 Prozent mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren im Mai 2026 teurer als im Vorjahresmonat (+1,5 Prozent), darunter kostete Betonstahl 5,0 Prozent mehr.
Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent, allein gegenüber April 2026 stiegen sie um 5,8 Prozent. Düngemittel waren 13,2 Prozent teurer als vor einem Jahr und 2,5 Prozent teurer als im April 2026.
Holz sowie Holz- und Korkwaren (+5,8 Prozent) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +8,5 Prozent und Laubschnittholz mit +2,9 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, allerdings sanken die Preise gegenüber April 2026 um 3,5 Prozent.
Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,7 Prozent. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 5,3 Prozent teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas um 1,5 Prozent gegenüber Mai 2025 sanken.
Preisrückgänge gegenüber Mai 2025 gab es ebenfalls bei Papier, Pappe und Waren daraus, diese kosteten 1,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel für Nutztiere (-3,0 Prozent) und Getreidemehl (-3,8 Prozent) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im Mai 2025.
Die Preise für Investitionsgüter waren im Mai 2026 um 2,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,1 Prozent gegenüber April 2026). Maschinen kosteten 1,9 Prozent mehr als im Mai 2025, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,3 Prozent.
Gebrauchsgüter waren im Mai 2026 um 2,0 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+0,2 Prozent gegenüber April 2026).
Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten dagegen 1,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 0,2 Prozent weniger als im April 2026. Unter den Verbrauchsgütern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 3,6 Prozent. Deutlich billiger als im Mai 2025 waren Butter (-40,0 Prozent) und Schweinefleisch (-16,7 Prozent). Rindfleisch war 1,0 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, sank aber gegenüber April 2026 um 4,0 Prozent, so das Bundesamt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Öltanks (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Erzeugerpreise stiegen im Mai 2026 um 2,2 Prozent im Vergleich zu Mai 2025.
- Preise für Vorleistungsgüter und Energie erhöhten sich deutlich; Mineralölpreise stiegen um 34,9 Prozent gegenüber Mai 2025.
Warum ist das wichtig?
- Steigende Erzeugerpreise weisen auf inflationäre Tendenzen hin, die Wirtschaft beeinflussen können.
- Preisanstiege bei Rohstoffen und Vorleistungsgütern können Produktionskosten erhöhen und Konsumverhalten beeinflussen.
- Veränderungen in den Preisen für Energie und Lebensmittel haben direkte Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten der Verbraucher.
Wer ist betroffen?
- Verbraucher von Energie und Mineralölprodukten
- Hersteller von Vorleistungsgütern und Investitionsgütern
- Nutzer von Heizöl, Erdgas und Strom
Zahlen/Fakten?
- Erzeugerpreise im Mai 2026 um 2,2 Prozent höher als im Mai 2025
- Vorleistungsgüterpreise stiegen um 4,2 Prozent
- Mineralölpreise gegenüber Mai 2025 um 34,9 Prozent gestiegen
Wie geht’s weiter?
- Beobachtung der Entwicklung der Erzeugerpreise im nächsten Jahr
- Analyse der Preisbewegungen in unterschiedlichen Warenkategorien
- Berichterstattung über mögliche Auswirkungen von geopolitischen Ereignissen auf die Marktpreise
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