Bayern - Was ist passiert – was dahinter steckt
Korruption im Ausländerrecht in München
München () – Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Kreisverwaltungsreferats (KVR) München sowie zwei weitere Beschuldigte erhoben. Den drei Angeschuldigten wird vorgeworfen, in einer Vielzahl von Fällen vietnamesischen Staatsangehörigen gegen Geldzahlungen illegal Aufenthaltstitel verschafft zu haben.
Die Anklage wurde am 3. Juni bei der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I eingereicht, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.
Gegen die 36-jährige Deutsche, die im KVR in der Ausländerbehörde arbeitete, besteht der Verdacht der Bestechlichkeit in 85 Fällen, jeweils in Tateinheit mit gewerbs- und bandenmäßigem Einschleusen von Ausländern. In 68 dieser Fälle kommt zudem der Vorwurf der gewerbs- und bandenmäßigen Urkundenfälschung hinzu.
Den beiden albanischen Mitangeklagten im Alter von 34 und 31 Jahren wird ebenfalls gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern sowie Beihilfe zur Bestechlichkeit vorgeworfen. Der Ehemann der Hauptangeklagten soll zudem Urkunden gefälscht haben.
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeschuldigten von September 2024 bis Mai 2025 als Bande agiert haben.
Die ehemalige KVR-Mitarbeiterin stellte demnach pflichtwidrig Aufenthaltsgenehmigungen und Fiktionsbescheinigungen aus, obwohl die Voraussetzungen nicht vorlagen. Die vietnamesischen Antragsteller zahlten dafür jeweils mindestens fünfstellige Beträge.
Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Ehepaars im Oktober 2025 wurden rund 100.000 Euro Bargeld sowie Gold und Silber sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft will im Hauptverfahren die Einziehung von 850.000 Euro beantragen.
Die beiden Hauptbeschuldigten sitzen seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Es handelt sich um die zweite Anklage in einem größeren Korruptionskomplex beim KVR; ein erstes Verfahren endete im Januar mit Bewährungsstrafen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Landgericht München I (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Staatsanwaltschaft München I erhebt Anklage gegen ehemalige KVR-Mitarbeiterin und zwei weitere Beschuldigte wegen illegaler Aufenthaltstitel für vietnamesische Staatsangehörige.
- Hauptangeklagte wird in 85 Fällen der Bestechlichkeit und Urkundenfälschung beschuldigt; Angeschuldigte agierten als Bande.
- Bei Durchsuchung wurden 100.000 Euro Bargeld sowie Gold und Silber sichergestellt; Hauptbeschuldigte seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft.
Warum ist das wichtig?
- Aufklärung und Bekämpfung von Korruption im öffentlichen Dienst
- Schutz der Integrität von Aufenthaltstiteln und Einwanderungsprozessen
- Wahrung des Rechtsstaats und der Gerechtigkeit
Wer ist betroffen?
- ehemalige Mitarbeiterin des Kreisverwaltungsreferats München
- zwei albanische Mitangeklagte
- vietnamesische Staatsangehörige
Zahlen/Fakten?
- Anklage gegen drei Personen wegen illegaler Aufenthaltstitel für Vietnamesen
- 85 Fälle von Bestechlichkeit, 68 Fälle von Urkundenfälschung
- Sicherstellung von rund 100.000 Euro Bargeld, Einziehungsantrag von 850.000 Euro
Wie geht’s weiter?
- Hauptverfahren beginnt nach Anklageeinreichung
- Einziehung von 850.000 Euro wird beantragt
- Angeschuldigte könnten länger in Untersuchungshaft bleiben
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