CSU-Politiker gegen Widerspruchslösung bei der Organspende

7. Mai 2026
1 min Lesezeit

CSU-Politiker gegen Widerspruchslösung bei der Organspende

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesundheitspolitik in Berlin: Organspende im Fokus

() – Der Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger (CSU) hat sich gegen einen Gruppenantrag mehrerer Abgeordneter zur Einführung einer Widerspruchslösung in der Organspende ausgesprochen.

„Der Staat darf Schweigen nicht als Zustimmung werten“, sagte Pilsinger den Zeitungen der „Mediengruppe “ (Freitagausgaben). „Viele Menschen können sich aus psychischen oder kognitiven Gründen nicht mit dieser existenziellen Frage auseinandersetzen. Daraus automatisch eine Spendebereitschaft abzuleiten, halte ich für falsch.“

Es fehle „bis heute der wissenschaftliche Nachweis, dass eine Widerspruchsregelung die Zahl der postmortalen Organspenden tatsächlich erhöht“, sagte der CSU-Politiker. „Deshalb müssen Aufklärung, Freiwilligkeit und individuelle Entscheidung weiterhin im Mittelpunkt stehen.“ Pilsinger hat mit anderen einen Gegenentwurf vorgelegt, der auf mehr Information und Aufklärung setzt.

Die Studienlage zur sogenannten Widerspruchslösung ist uneindeutig. Während 2014 eine Studie zu dem Ergebnis kam, dass das Opt-out-Verfahren zu einem relativen Anstieg der Gesamtzahl der transplantierten Lebern und Nieren führt, heißt es in einer 2024 veröffentlichten Studie, dass die Umstellung auf ein Opt-out-Verfahren nicht automatisch zu einem Anstieg der Organspenderzahlen führe. Ergänzend brauche es Aufklärungskampagnen und Maßnahmen, um den Bedenken der Angehörigen der Verstorbenen Rechnung zu tragen. Eine 2025 veröffentlichte Studie warnt zudem davor, dass der Umstieg auf die Widerspruchslösung die Bereitschaft zu Lebendspenden senken kann.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Organspendeausweis (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Stephan Pilsinger (CSU) spricht sich gegen die Einführung einer Widerspruchslösung in der Organspende aus.
  • Er betont, dass das Schweigen der Menschen nicht als Zustimmung gewertet werden sollte und fordert mehr Aufklärung.
  • Die Studienlage zur Widerspruchslösung ist uneindeutig, und es wird auf die Notwendigkeit von Informationskampagnen hingewiesen.

Warum ist das wichtig?

  • Staatliches Schweigen als Zustimmung ist problematisch
  • Widerspruchslösung nicht eindeutig belegt in Bezug auf Spenderzahlen
  • Fokus auf Aufklärung und individuelle Entscheidungsfreiheit ist entscheidend

Wer ist betroffen?

  • Menschen mit psychischen oder kognitiven Gründen
  • Angehörige der Verstorbenen
  • Personen, die sich für Organspenden interessieren

Zahlen/Fakten?

  • 2014: Studie zeigt relativen Anstieg der transplantierten Lebern und Nieren durch Opt-out-Verfahren
  • 2024: Studie besagt, kein automatischer Anstieg der Organspenderzahlen durch Opt-out
  • 2025: Studie warnt vor sinkender Bereitschaft zu Lebendspenden bei Widerspruchslösung

Wie geht’s weiter?

  • Aufklärung und Informationskampagnen verstärken
  • Freiwilligkeit und individuelle Entscheidung beibehalten
  • Gegenentwurf zur Widerspruchslösung vorlegen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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