Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft: BMW und der Zollstreit in München
München () – Der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende Nicolas Peter sieht im Zollstreit mit den USA auch die Europäische Union in der Verantwortung.
„Die EU muss endlich ihren Teil der Abmachungen umsetzen“, sagte Peter der Wochenzeitung „Die Zeit“. Es gebe zwischen den USA und der EU „viel mehr“ Gemeinsamkeiten als die aktuellen öffentlichen Äußerungen vermuten ließen. Deshalb sollten beide Seiten das Handelsabkommen jetzt schnellstmöglich ratifizieren.
US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag erklärt, seine Regierung werde aus Europa importierte Autos künftig mit 25 Prozent Zoll belegen, statt bislang mit 15 Prozent. Zur Begründung erklärte er, die EU habe ihren Teil des im vergangenen August ausgehandelten Zollabkommens nicht erfüllt.
Die aktuell erhöhten Spritpreise sieht der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende nicht als hilfreich in Bezug auf den Durchbruch hin zur Elektromobilität. „Wir sehen nicht, dass die derzeitige Energieknappheit eine nachhaltige Trendwende hin zur Elektromobilität auslöst“, so Peter. 2035 werde „gut die Hälfte der Kunden batterieelektrisch fahren wollen“, das lasse sich aus der aktuellen Nachfrageentwicklung ableiten. „Aber 100 Prozent werden wir bis dahin nicht erleben, auch bei Weitem keine 90.“ Ab 2035 dürfte nach dem heute in der EU geltenden Recht kein Verbrenner-Auto mehr zugelassen werden.
BMW wolle zwar „am Ziel der Dekarbonisierung festhalten“, bekräftigte Peter. „Aber der Weg dorthin, so wie er geplant ist, wäre zum Schaden Europas.“ Als Zugeständnis der Industrie schlägt er unter anderem vor, die Nutzung sogenannter Plug-in-Hybride streng zu kontrollieren. Studien zeigen, dass viele Fahrer den E-Antrieb dieser Autos nicht nutzen. „Das ist ein Verhaltensproblem, das eine klimaschonende Technologie in Verruf bringt, die Menschen eigentlich gut an die E-Mobilität heranführen kann“, kritisierte Peter. Eine Maßnahme wäre, dass die Autohersteller das Nutzungsverhalten dokumentieren und sogar sanktionieren können: Wenn ein Fahrer seine Batterie nie lädt, könnte die Motorleistung gedrosselt werden, technisch sei das machbar.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- BMW-Aufsichtsratsvorsitzender Nicolas Peter sieht die EU im Zollstreit mit den USA in der Verantwortung.
- US-Präsident Trump kündigte an, Zoll auf europäische Autos von 15% auf 25% zu erhöhen.
- BMW warnt, dass die aktuellen Spritpreise elektrotechnische Fortschritte nicht fördern.
Warum ist das wichtig?
- Bedeutung des Zollstreits für den Handel zwischen der EU und den USA
- Einfluss der Spritpreise auf die Elektromobilität und Dekarbonisierungsziele
- Notwendigkeit der Kontrolle und Dokumentation des Nutzungsverhaltens von Plug-in-Hybriden
Wer ist betroffen?
- Europäische Union
- BMW-Kunden
- Autohersteller
Zahlen/Fakten?
- 25 Prozent Zoll auf importierte Autos aus Europa (von 15 Prozent erhöht)
- Bis 2035 wollen 50 Prozent der Kunden batterieelektrisch fahren
- Keine Zulassung von Verbrenner-Autos nach 2035 gemäß EU-Recht
Wie geht’s weiter?
- EU soll Zollabkommen umsetzen
- Handelsabkommen zwischen USA und EU schnellstmöglich ratifizieren
- Kontrolle der Nutzung von Plug-in-Hybriden und mögliche Sanktionen für keine Nutzung
