Berlin - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Neue Leitlinien für medizinische Hilfe in Berlin
Berlin () – Der Runde Tisch Berlin „Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“ hat eine neue Arbeitshilfe für Ärzte verabschiedet, die die klinische Versorgung von Frauen nach einer Vergewaltigung stärken soll. Das teilte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege mit.
Die Handlungsempfehlung zielt darauf ab, Unsicherheiten bei der sogenannten kriminologischen Indikation abzubauen – also dem Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung.
Die Arbeitshilfe enthält unter anderem eine verständliche Darstellung der Rechtslage, Empfehlungen für eine traumainformierte Gesprächsführung sowie konkrete Hinweise zur Ausstellung der Indikation. Zudem wird ein praxisnaher Vordruck bereitgestellt.
Hintergrund ist, dass bundesweit im Jahr 2024 nur 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation durchgeführt wurden, obwohl Studien zufolge bis zu fünf Prozent der Betroffenen einer Vergewaltigung schwanger werden. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit über 14.400 Fälle von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen erfasst.
Gesundheitssenatorin Ina Czyborra betonte, Berlin sei das erste Bundesland, das Ärzten eine solche Handlungsunterstützung biete.
Bei einer kriminologischen Indikation sei der Abbruch nicht rechtswidrig, werde von der Krankenkasse finanziert und es entfielen die verpflichtende Beratung sowie die dreitägige Wartefrist. „Opfer von sexualisierter Gewalt sollten in ihrer ohnehin schon schwierigen Lage Entlastung erfahren und keine zusätzlichen Hürden und Wege bewältigen müssen“, so Czyborra. Die Senatsverwaltung will die Verbreitung der Handlungsempfehlung aktiv begleiten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Neuer Runde Tisch in Berlin zur Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt gegründet.
- Handlungsempfehlungen für Ärzte verabschiedet, um die Versorgung von Frauen nach Vergewaltigungen zu verbessern.
- Nur 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation im Jahr 2024 bundesweit, trotz einer hohen Zahl betroffener Frauen.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung der klinischen Versorgung von Frauen nach Vergewaltigung
- Abbau von Unsicherheiten bezüglich Schwangerschaftsabbrüchen nach Gewalt
- Bereitstellung praxisnaher Hilfen und Empfehlungen für Ärzte
Wer ist betroffen?
- Frauen nach einer Vergewaltigung
- Opfer von sexueller Nötigung und Übergriffen
- Ärzte, die in der klinischen Versorgung tätig sind
Zahlen/Fakten?
- 40 Schwangerschaftsabbrüche nach kriminologischer Indikation im Jahr 2024
- Bis zu 5% der Vergewaltigungsopfer werden schwanger
- Über 14.400 Fälle von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Übergriffen 2025 bundesweit
Wie geht’s weiter?
- Verbreitung der Handlungsempfehlung aktiv begleiten
- Aufbau von Vertrauen durch praxisnahe Unterstützung
- Maßnahmen zur Sensibilisierung von Ärzten und Fachpersonal fördern
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