Gericht bestätigt Demo-Verbot für "Kufiyas in Buchenwald"

9. April 2026
1 min Lesezeit

Gericht bestätigt Demo-Verbot für "Kufiyas in Buchenwald"

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Gesellschaftliche Kontroversen in Weimar

() – Die Initiative „Kufiyas in Buchenwald“ darf am kommenden Sonntag nicht vor der Gedenkstätte Buchenwald demonstrieren. Das bestätigte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Weimar dem „Stern“.

„Nach den konkreten Umständen ist zu besorgen, dass die Würde der Opfer beeinträchtigt wird“, erklärte die Sprecherin. Das Versammlungsgesetz sehe vor, dass Behörden eine Demonstration von Auflagen abhängig machen dürfen, wenn die Versammlung an einem Ort stattfindet, „der als Gedenkstätte von historisch herausragender, überregionaler Bedeutung an die Opfer der menschenunwürdigen Behandlung unter der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft erinnert“.

Die Kammer habe in der Demonstration und dem angekündigten Tragen der Kufiya, dem sogenannten Palästinensertuch, den Versuch gesehen, „die Gedenkstätte und das in ihrer Satzung vorgesehene Gedenken als Vehikel zu nutzen, um andere politische Auffassungen – hier: die rechtliche und politische Einordnung des Krieges in Gaza – zu transportieren“, so die Sprecherin. Dies widerspreche dem Stiftungszweck der Gedenkstätte.

Die Initiative „Kufiyas in Buchenwald“ fordert von der Gedenkstätte unter anderem eine „offene Thematisierung des Völkermords in Gaza“. Die geplante Demonstration stieß auf Kritik. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, nannte die Aktion einen „skandalösen Angriff auf die Erinnerungskultur“. Die Gedenkstätte Buchenwald beklagte in den vergangenen Tagen, dass sie zunehmend von extremen politischen Gruppen für deren eigene Zwecke instrumentalisiert werde.

Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Weimar können die Veranstalter Beschwerde beim Thüringer Oberverwaltungsgericht einlegen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Mann mit Pali-Tuch (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Initiative "Kufiyas in Buchenwald" darf nicht vor der Gedenkstätte Buchenwald demonstrieren.
  • Gerichtsentscheid aufgrund der Sorge um die Würde der Opfer und den Stiftungszweck der Gedenkstätte.
  • Kritik an der geplanten Demonstration, unter anderem von Antisemitismusbeauftragtem der Bundesregierung.

Warum ist das wichtig?

  • Schutz der Würde der Opfer der NS-Gewaltherrschaft
  • Erhalt der Integrität der Gedenkstätte Buchenwald
  • Verhinderung der Instrumentalisierung von historischen Erinnerungen für politische Zwecke

Wer ist betroffen?

  • Initiative "Kufiyas in Buchenwald"
  • Opfer der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft
  • extreme politische Gruppen

Zahlen/Fakten?

  • Die Demonstration der Initiative "Kufiyas in Buchenwald" am Sonntag wurde untersagt.
  • Das Verwaltungsgericht Weimar sieht die Würde der Opfer gefährdet.
  • Die Initiative fordert eine Thematisierung des Völkermords in Gaza.

Wie geht’s weiter?

  • Veranstalter können Beschwerde beim Thüringer Oberverwaltungsgericht einlegen
  • Diskussion über Gedenkstätte und deren Instrumentalisierung durch politische Gruppen
  • Möglichkeit weiterer rechtlicher Schritte von der Initiative "Kufiyas in Buchenwald"
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)

Don't Miss