Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaftliche Auswirkungen des Mindestlohns in Deutschland
Köln () – Der Mindestlohn verfehlt einer Studie zufolge das Ziel, die Einkommensarmut in Deutschland zu verringern. Wie aus der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, gab es nach der bisher stärksten Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro im Jahr 2022 keinen solchen Effekt.
Die Armutsgefährdungsquote in der Gesamtbevölkerung stieg im folgenden Jahr sogar auf 16,3 Prozent an. Lediglich unter Beschäftigten, die zuvor weniger als zwölf Euro pro Stunde verdienten, sank die Armutsgefährdungsquote um 5,5 Prozentpunkte. Als von Armut bedroht gilt der gängigen Definition zufolge, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens in Deutschland verfügt.
Befürworter eines Mindestlohns verweisen in der Regel auf die gestiegenen Einkommen all jener, die zuvor mit ihrem Verdienst darunter lagen. Die Gegner verweisen darauf, dass Firmen wegen höherer Lohnkosten weniger Mitarbeiter einstellen.
Die Zahlen stellen den Mindestlohn damit als sozialpolitisches Instrument insgesamt infrage. Auch die Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Vollzeitbeschäftigten könnten „sehr gering“ sein, so das IW, „da die potenzielle Erhöhung weitgehend durch niedrigere Grundrentenzuschläge kompensiert würde“. Das bedeutet: Nicht nur werden die Kosten damit schlicht auf Unternehmen umverteilt, auch bleibt ein spürbarer Nettoeffekt aus, weil mit den höheren Löhnen soziale Ansprüche sinken oder Abgaben steigen könnten.
Auch künftigen Erhöhungen stehen die Ökonomen entsprechend kritisch gegenüber. Simulationen zeigten, dass die Auswirkungen einer geplanten weiteren Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2027 auf 14,60 Euro nur gering sein könnten, obwohl dies bereits eine Erhöhung von 13,9 Prozent gegenüber dem Satz des vergangenen Jahres von 12,82 Euro darstellt. Selbst ein Mindestlohn von 15 Euro würde dem IW zufolge die Armutsquote in der Bevölkerung nur um 0,2 Prozentpunkte senken.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Mindestlohnverbreitung verringert Einkommensarmut in Deutschland nicht.
- Armutsgefährdungsquote stieg auf 16,3 Prozent, obwohl Mindestlohn 2022 erhöht wurde.
- Kritische Einschätzung zukünftiger Mindestlohnerhöhungen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit.
Warum ist das wichtig?
- Mindestlohn verringert Einkommensarmut nicht effektiv
- Armutsgefährdungsquote in der Gesamtbevölkerung steigt trotz Anhebung
- Zweifel an sozialpolitischer Wirksamkeit des Mindestlohns
Wer ist betroffen?
- Beschäftigte mit Verdiensten unter 12 Euro pro Stunde
- Gesamtbevölkerung in Deutschland
- Unternehmen mit höheren Lohnkosten
Zahlen/Fakten?
- Armutsgefährdungsquote stieg 2023 auf 16,3 Prozent
- Mindestlohn wurde 2022 auf 12 Euro erhöht
- Geplante Erhöhung auf 14,60 Euro im Jahr 2027 entspricht 13,9 Prozent
- Ein Mindestlohn von 15 Euro könnte Armutsquote nur um 0,2 Prozent senken
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