News - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaftliche Debatte über Mediennutzung in Berlin
Berlin () – Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, hat sich kritisch gegenüber einem Verbot von Messengerdiensten wie WhatsApp für Kinder und Jugendliche geäußert.
„Ein generelles Verbot oder weitreichende Nutzungseinschränkungen“ würden „in der Praxis kaum realistisch“ erscheinen, sagte Stefan Düll, der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Solche Dienste spielten „heute eine zentrale Rolle in der alltäglichen Kommunikation und Terminabstimmung“, so Düll, etwa „innerhalb von Familien, in Vereinen, in Jugendgruppen, in religiösen Gemeinschaften“.
Lehrkräfte hätten in der Regel keinen Einblick in Klassenchats ihrer Schüler, erklärte Düll. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde der Messengerdienst WhatsApp für die offizielle schulische Kommunikation nicht genutzt. „Lehrkräfte und Schulleitungen bekommen Einblick in solche Chats in der Regel nur dann, wenn etwas vorgefallen ist – etwa Beleidigungen, Drohungen oder andere konflikthafte Inhalte“, hob Düll hervor. Dann würden mit den Schülern sowie den Eltern „pädagogische oder erzieherische Maßnahmen“ abgestimmt.
Wie verbreitet problematische Inhalte in Klassenchats tatsächlich seien, lasse sich kaum verlässlich einschätzen. „Eine systematische Beobachtung findet nicht statt“, sagte Düll. Zwar kämen solche Fälle vor und würden an Schulen als belastend erlebt – aus Einzelfällen aber könne man keinen Gesamtüberblick ableiten.
Der Verbandspräsident forderte statt eines Verbots mehr Medienkompetenzangebote, mehr Unterstützung für Schulen im Umgang mit digitalen Konflikten sowie verlässliche Schutzmechanismen durch die Anbieter. Präventionskonzepte seien „im Alltag deutlich wirksamer als pauschale Verbote“, sagte Düll den Funke-Medien.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Frau mit Smartphone (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Präsident des Deutschen Lehrerverbandes kritisiert Verbot von Messengerdiensten für Kinder und Jugendliche.
- Düll betont zentrale Rolle dieser Dienste in der Kommunikation und deren geringe Überwachbarkeit durch Lehrer.
- Forderung nach mehr Medienkompetenz und Unterstützung für Schulen anstelle von Verboten.
Warum ist das wichtig?
- Generelles Verbot von Messengerdiensten ist in der Praxis unrealistisch.
- Zentraler Bestandteil der alltäglichen Kommunikation, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
- Förderung von Medienkompetenz und Schutzmechanismen ist effektiver als pauschale Verbote.
Wer ist betroffen?
- Kinder und Jugendliche
- Lehrkräfte
- Eltern
Zahlen/Fakten?
- Kein generelles Verbot von Messengerdiensten für Kinder und Jugendliche erscheint realistisch.
- Lehrkräfte haben in der Regel keinen Einblick in Klassenchats.
- Systematische Beobachtung problematischer Inhalte in Klassenchats findet nicht statt.
Wie geht’s weiter?
- Mehr Medienkompetenzangebote fordern
- Unterstützung für Schulen im Umgang mit digitalen Konflikten bieten
- Verlässliche Schutzmechanismen durch Anbieter einfordern
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