Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Gesellschaft: Herausforderungen älterer Erwerbstätiger in Duisburg
Duisburg () – Eine wachsende Zahl älterer Beschäftigter in Deutschland ist gesundheitlich so stark eingeschränkt, dass sie kaum arbeiten kann, aber die Hürden für eine Erwerbsminderungsrente sind zu hoch. Das hat eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen ergeben.
Die Forscher warnen vor den Folgen einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters.
Für den sogenannten Altersübergangs-Report hat Arbeitsmarktforscher Martin Brussig die Daten von Beschäftigten und Rentnern der Jahrgänge 58 bis 65 aus den Jahren 2010 und 2023 verglichen. Das Ergebnis: Ältere Erwerbstätige sind zwar im Schnitt gesünder als gleichaltrige Rentner.
Ihre Gesundheit hat sich im Vergleich zu 2010 aber verschlechtert. „Dies ist ein Indiz dafür, dass ein Teil der heute älteren Beschäftigten unter früheren Bedingungen in Frührente gewechselt wäre“, sagte Brussig.
Da die Voraussetzungen dafür verschärft wurden, sei dies heute oft nicht mehr möglich. Viele seien „zu krank für versicherungspflichtige Arbeit, aber nicht krank genug für die Erwerbsminderungsrente“.
Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung hatte zuletzt vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter ab 2031 weiter anzuheben.
Brussig hält die Debatte für problematisch, solange es keine gute Möglichkeit für gesundheitlich beeinträchtigte Ältere gibt, leichter vorzeitig in Rente zu gehen. Er plädiert kurzfristig für einen erleichterten Zugang zur gesundheitsbedingten Frühverrentung und langfristig für mehr Investitionen in Prävention und Rehabilitation.
Eine aktuelle Umfrage des DGB hatte ergeben, dass nur etwa die Hälfte der Beschäftigten glaubt, bis zur Regelaltersgrenze arbeiten zu können.
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| Bildhinweis: | Älteres Paar (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Zunahme gesundheitlicher Einschränkungen älterer Beschäftigter in Deutschland.
- Hohe Hürden für Erwerbsminderungsrente erschweren vorzeitigen Ruhestand.
- Forderung nach Erleichterungen für Frühverrentung und mehr Investitionen in Prävention.
Warum ist das wichtig?
- Zunehmende gesundheitliche Einschränkungen älterer Beschäftigter erfordern Anpassungen im Rentensystem.
- Anhebung des Renteneintrittsalters könnte zu sozialer Ungerechtigkeit führen.
- Notwendigkeit für besseren Zugang zur Frühverrentung und verstärkte Präventionsmaßnahmen.
Wer ist betroffen?
- Ältere Beschäftigte
- Rentner der Jahrgänge 58 bis 65
- Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen
Zahlen/Fakten?
- Studie des IAQ: Verschlechterung der Gesundheit älterer Beschäftigter seit 2010
- Viele ältere Beschäftigte sind "zu krank für versicherungspflichtige Arbeit, aber nicht krank genug für Erwerbsminderungsrente"
- Nur etwa die Hälfte der Beschäftigten glaubt, bis zur Regelaltersgrenze arbeiten zu können
Wie geht’s weiter?
- Erleichterter Zugang zur gesundheitsbedingten Frühverrentung
- Mehr Investitionen in Prävention und Rehabilitation
- Problematische Diskussion über Anhebung des Renteneintrittsalters ohne Lösungen für Gesundheitsgeplagte
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