Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen unter Kritik
Düsseldorf () – Die SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen hat die von Schwarz-Grün geplanten ABC-Klassen zur Sprachförderung scharf kritisiert. Die schulpolitische Sprecherin Dilek Engin und der Sprecher für Familie, Kinder und Jugend Dennis Maelzer teilten am Dienstag mit, das Konzept sei am Widerstand von Experten aus Wissenschaft und Praxis gescheitert.
Die Anhörung zum Gesetzentwurf findet am Mittwoch im Landtag statt.
Die ABC-Klassen sehen vor, Kinder mit Sprachförderbedarf aus den Kitas zu holen und in externen Kursen zu unterrichten. Die SPD hält dies für kontraproduktiv. „Zwei Mal zwei Stunden Sprachkurs, zu dem die Kinder aus der Kita für teures Geld gefahren werden müssen, können das nicht ersetzen“, sagte Maelzer.
Er verwies auf die Bedeutung stabiler Beziehungen und vertrauter Bezugspersonen für den Spracherwerb. Die Mittel sollten stattdessen in die Stärkung der alltagsintegrierten Sprachförderung in den Kitas fließen.
Die SPD fordert stattdessen ein sogenanntes Chancenjahr in der Kita.
Dieses sieht eine verpflichtende Entwicklungsstanderhebung für Kinder ab viereinhalb Jahren vor, auf deren Grundlage bei Förderbedarf ein verpflichtendes Jahr mit gezielter Förderung in der gewohnten Umgebung folgt. Die Kosten von rund 250 Millionen Euro seien durch die für die ABC-Klassen eingeplanten Mittel gegenfinanziert. „Wir investieren in mehr Personal und mehr Bildung statt in Busfahrten“, so Engin.
- Wagenknecht unterstützt Merkels Forderung nach mehr Diplomatie - 19. Mai 2026
- Tödlicher Verkehrsunfall in Söhlde - 19. Mai 2026
- Städte wehren sich gegen lauter werdenden Flughafen Frankfurt - 19. Mai 2026
