Sozialhilfe in NRW steigt moderat
Düsseldorf () – Die Ausgaben für Leistungen der Sozialhilfe in Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2025 um 4,7 Prozent gestiegen. Der Anstieg fiel damit deutlich geringer aus als im Vorjahr, als die Ausgaben noch um 16,6 Prozent zugelegt hatten, teilte IT.NRW am Montag mit.
Demnach lagen die Nettoausgaben für Leistungen der Sozialhilfe nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII) im Jahr 2025 bei rund 5,25 Milliarden Euro und waren damit um 236 Millionen Euro höher als ein Jahr zuvor.
Inflationsbereinigt stiegen die Ausgaben im Jahr 2025 um 2,6 %, in 2024 um 14,1 % und in 2023 um 9,5 %.
Mit rund 3 Milliarden Euro wurde mehr als die Hälfte (57 %) der gesamten Nettoausgaben der Sozialhilfe für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ausgegeben. Das waren 2,9 % mehr als im Vorjahr.
In den Jahren 2024 und 2023 fiel der Anstieg mit 14,0 % bzw. 13,5 % deutlich höher aus. Anders als in den Vorjahren gab es 2025 keine Erhöhung der Regelsätze.
Die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung werden vollständig aus Erstattungsmitteln des Bundes an die Länder finanziert.
Der zweitgrößte Ausgabeposten ist die Hilfe zur Pflege nach dem 7. Kapitel SGB XII. Hier sind die Ausgaben 2025 mit 10,4 % am stärksten gestiegen. Der Anstieg fiel aber auch hier weniger hoch aus als in den Vorjahren mit 21,4 % in 2024 und 23,1 % in 2023. Die Ausgaben für Hilfe zur Pflege lagen 2025 bei rund 1,3 Milliarden Euro und machten 25 % der Sozialhilfeausgaben aus.
Hilfe zur Pflege erhalten pflegebedürftige Personen, wenn der notwendige und angemessene Pflegebedarf nicht bzw. nicht vollständig durch Leistungen der Pflegeversicherung gedeckt ist und nicht genügend Eigenmittel verfügbar sind, um die (verbleibenden) Kosten zu tragen. Zum 01. Januar 2025 trat gemäß dem Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz (PUEG) eine Erhöhung der Leistungsbeträge der Pflegeversicherung um 4,5 % in Kraft.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Passanten vor Infoständen zu Rente und Bürgergeld (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Nettoausgaben für Sozialhilfe nach SGB XII in Nordrhein-Westfalen sind 2025 um 4,7 Prozent gestiegen und lagen bei rund 5,25 Milliarden Euro
- Mehr als die Hälfte der Sozialhilfeausgaben entfiel 2025 auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung mit rund 3 Milliarden Euro, während 2025 keine Erhöhung der Regelsätze erfolgte
- Die Hilfe zur Pflege stieg 2025 besonders stark innerhalb der Posten um 10,4 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro, wobei die Leistungen der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2025 um 4,5 Prozent erhöht wurden
Warum ist das wichtig?
- Die steigenden Nettoausgaben für Sozialhilfe in NRW zeigen, dass der finanzielle Bedarf der Länder wächst und damit stärker von Bund/Landesmitteln und Budgetplanung abhängt
- Die geringere Zuwachsrate 2025 gegenüber Vorjahren deutet auf eine abgeschwächte Dynamik bei Sozialhilfeleistungen hin und beeinflusst damit die zukünftige finanzielle Entwicklung
- Höhere Ausgaben für die Hilfe zur Pflege machen den wachsenden Unterstützungsbedarf pflegebedürftiger Menschen sichtbar und hängen mit ungedeckten Pflegekosten trotz Pflegeversicherung zusammen
Wer ist betroffen?
- Pflegebedürftige Personen, wenn der Pflegebedarf nicht (vollständig) durch Leistungen der Pflegeversicherung gedeckt ist und nicht genügend Eigenmittel verfügbar sind
- Personen, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten
Zahlen/Fakten?
- 2025 Anstieg der Sozialhilfeausgaben in Nordrhein-Westfalen um 4,7 Prozent; 2024: 16,6 Prozent
- 2025 Nettoausgaben Sozialhilfe nach SGB XII: rund 5,25 Milliarden Euro (plus 236 Millionen Euro gegenüber Vorjahr)
- 2025 Hilfe zur Pflege: rund 1,3 Milliarden Euro (plus 10,4 Prozent); Anteil 25 %; Leistungsbeträge Pflegeversicherung seit 1. Januar 2025 erhöht um 4,5 Prozent
Wie geht’s weiter?
- Sozialhilfeausgaben in Nordrhein-Westfalen steigen 2025 nur noch um 4,7 Prozent gegenüber 16,6 Prozent im Vorjahr
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung macht 2025 rund 3 Milliarden Euro aus; keine Erhöhung der Regelsätze 2025
- Hilfe zur Pflege steigt 2025 am stärksten um 10,4 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro; zum 1. Januar 2025 erhöhen sich die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung um 4,5 Prozent
- Bericht: Zweiter Verdächtiger nach CSD-Todesfahrt frei - 27. Juli 2026
- Stimmung in deutscher Wirtschaft verbessert - 27. Juli 2026
- Schwerer Unfall auf A7 bei Neu-Ulm – Vollsperrung in Richtung Würzburg - 27. Juli 2026
