Panorama: Duisburg Ermittlungen nach Einsatz
Duisburg () – Die Staatsanwaltschaft Duisburg und die Polizei Düsseldorf haben Ermittlungen gegen sechs Polizeibeamte und zwei Rettungskräfte aufgenommen. Ein 37-jähriger Mann war in der Nacht zum 19. Juli nach einem Polizeieinsatz in der Essenberger Straße im Krankenhaus gestorben.
Das teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Donnerstag mit.
Die Einsatzkräfte waren wegen lauter Schreie aus einer Wohnung alarmiert worden. Im Badezimmer hatte sich ein Gast des Mieters eingeschlossen, der lautstark schrie, Mobiliar beschädigte und nicht auf die Ansprache der Beamten reagierte.
Die Polizisten verschafften sich Zutritt, legten dem Mann aus Eigensicherungsgründen und zu seinem Schutz Hand- und Fußfesseln an und riefen einen Notarzt. Im Verlauf des Einsatzes verlor der Mann das Bewusstsein und musste reanimiert werden.
Nach zunächst erfolgreicher Wiederbelebung kam er in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb.
Die Obduktion am 20. Juli ergab als vorläufige Todesursache eine Hypoxie (Sauerstoffmangel). Zudem gibt es Anhaltspunkte für eine Vergiftung.
Da ein Zusammenhang mit der Fesselung in Bauchlage nicht ausgeschlossen werden kann, ermitteln die Behörden nun wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge gegen die sechs mutmaßlich beteiligten Polizisten sowie gegen zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Die endgültigen Ergebnisse der histologischen und toxikologischen Gutachten stehen noch aus.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Polizei (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nordrhein-Westfalen - Was ist passiert – was dahinter steckt
Was ist passiert?
- Die Staatsanwaltschaft Duisburg und die Polizei Düsseldorf haben Ermittlungen gegen sechs Polizeibeamte und zwei Rettungskräfte aufgenommen, nachdem ein 37-jähriger Mann nach einem Polizeieinsatz am 19. Juli im Krankenhaus starb
- Der Mann wurde nach einem Einsatz wegen Schreien, Beschädigungen und fehlender Reaktion gefesselt und reanimiert; als vorläufige Todesursache wurden Hypoxie sowie Anhaltspunkte für eine Vergiftung festgestellt
- Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge, u. a. im Zusammenhang mit der Fesselung sowie wegen möglicher Körperverletzung durch Unterlassen; Gutachten stehen noch aus
Warum ist das wichtig?
- Ermittlungen wegen des Todes eines Mannes nach einem Polizeieinsatz mit Fesselung und Reanimation wegen möglicher Hypoxie und möglicher Vergiftung
- Prüfung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Fesselung (Bauchlage) und dem Tod sowie strafrechtliche Vorwürfe gegen Polizisten und Rettungskräfte
- Ausstehende histologische und toxikologische Gutachten zur endgültigen Klärung der Todesursachen und zur Beurteilung von Unterlassungen
Wer ist betroffen?
- Sechs mutmaßlich beteiligte Polizeibeamte in Duisburg
- Zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes
- Ein 37-jähriger Mann, der nach dem Polizeieinsatz verstarb
Zahlen/Fakten?
- 6 Polizeibeamte und 2 Rettungskräfte werden ermittelt
- Tod eines 37-jährigen Mannes am 19. Juli nach Polizeieinsatz, Obduktion am 20. Juli mit vorläufiger Todesursache Hypoxie (Sauerstoffmangel)
- Zusammenhang mit Fesselung in Bauchlage möglich; Hinweise auf Vergiftung, histologische und toxikologische Gutachten stehen noch aus
Wie geht’s weiter?
- Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge gegen sechs mutmaßlich beteiligte Polizisten sowie zwei Rettungskräfte, weil ein Zusammenhang mit der Fesselung in Bauchlage nicht ausgeschlossen werden kann
- Es stehen noch endgültige histologische und toxikologische Gutachten aus, die mögliche Vergiftungsursachen und die Todesursache weiter klären sollen
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