Hamburg - Was ist passiert – was dahinter steckt
Digitalisierung der Verwaltung in Hamburg
Hamburg () – Die rot-grüne Regierungsfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft will die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von US-amerikanischen Softwareanbietern wie Microsoft reduzieren. Das teilten die Digitalisierungssprecher Tim Stoberock (SPD) und Eva Botzenhart (Grüne) am Sonntag mit.
Die Fraktionen haben einen Antrag eingebracht, der die Prüfung der Open-Source-Lösung openDesk als Alternative vorsieht. Über den Antrag soll die Bürgerschaft am 6. Mai entscheiden.
openDesk ist eine speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelte Office- und Kollaborationssuite, die auf offenen Standards basiert. Sie wird vom Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) weiterentwickelt, einer bundeseigenen Gesellschaft.
Die Fraktionen verweisen auf wachsende geopolitische Unsicherheiten und das Risiko, dass sensible Verwaltungsdaten durch US-Gesetze wie den CLOUD Act dem Zugriff ausländischer Behörden ausgesetzt sein könnten. Ein Rechtsgutachten der Universität zu Köln bestätige diese Gefahr.
Der Antrag sieht eine mehrstufige Prüfung vor: Dazu gehören eine Evaluierung der Erfahrungen in Schleswig-Holstein, ein Kostenvergleich über fünf Jahre, eine detaillierte Bedarfsanalyse sowie ein kontrollierter Feldversuch in einem Teil der Hamburger Verwaltung.
Ziel sei es, Risiken zu identifizieren und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit zu untersuchen. Der Senat soll bis zum 1. Dezember 2026 über die Ergebnisse berichten.
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