Wero-Initiative kritisiert EZB-Pläne für digitalen Euro

4. Mai 2026
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Wero-Initiative kritisiert EZB-Pläne für digitalen Euro

Wirtschaft - Was ist passiert – was dahinter steckt

Kritik am digitalen Euro in Frankfurt

() – Die Chefin des Bezahldienstes Wero hat die Pläne der Europäischen Zentralbank für einen digitalen Euro scharf kritisiert.

Sie habe zwar nichts gegen den digitalen Euro an sich, sagte Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative (EPI) der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). „Aber die Idee, jetzt noch europäische Standards zu wählen, kommt einfach fünf Jahre zu spät.“

Wero, der Bezahldienst hinter dem rund 50 europäische Banken stehen, musste genau diese Standards festlegen. „Der digitale Euro schafft eine zweite Infrastruktur, die weitgehend noch einmal das Gleiche machen wird und die je nach finalem Design nur teuer für Händler und Banken wird“, sagte Weimert.

Sie plädierte für eine Rollenteilung: Der digitale Euro solle als Zahlungsmittel kommen, sich aber an bestehenden Lösungen wie Wero orientieren oder mit diesen kooperieren. „Wir können den digitalen Euro den Verbrauchern anbieten, dafür brauchen wir keine neue EZB-App in unseren Märkten“, sagte die EPI-Chefin und argumentierte mit der möglicherweise eher geringen Akzeptanz für noch eine App.

Wero ist der Versuch von europäischen Banken, eine Alternative zu Paypal, Mastercard und Visa aufzubauen. Europaweit hat der Dienst mehr als 50 Millionen Kunden, in 2,7 Millionen. Bisher ist das Ganze laut „Süddeutscher Zeitung“ aber ein Minusgeschäft. 2024 machte die Firma hinter Wero demnach noch einen Verlust von mehr als 50 Millionen Euro. Bis 2030, so sagte Weimert, bräuchte es wohl eine weitere Finanzspritze. Erst danach könne man Profitabilität bringen.

Bis dahin muss das Projekt aber noch an Fahrt aufnehmen. Im Einzelhandel ist die Lösung noch gar nicht vertreten, der Start im Online-Handel lief zuletzt eher schleppend. Weimert kreidete das auch den Handelsunternehmen an. „Wir haben den Händlern und einigen Dienstleistern bezüglich ihrer Planung vertraut, das war teilweise ein Fehler“, sagte sie.

Der digitale Euro soll eine Alternative zu Bargeld werden und wird zurzeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) stark vorangetrieben. Nutzer sollen mit dem digitalen Euro Geld senden und in Geschäften einkaufen können. Im Juni soll das EU-Parlament über einen Gesetzesentwurf zum digitalen Euro abstimmen, der dann ab 2029 Realität werden soll. Dann könnten Händler zu einer Akzeptanz gezwungen werden. Das wäre ein großer Vorteil gegenüber privatwirtschaftlichen Lösungen wie Paypal oder eben auch Wero.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euromünze (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Martina Weimert kritisiert die Pläne der EZB für einen digitalen Euro als zu spät und unnötig.
  • Wero hat Schwierigkeiten, im Einzelhandel Fuß zu fassen, und schreibt Verluste.
  • Der digitale Euro soll als Zahlungsmittel dienen und eine gesetzliche Akzeptanz ab 2029 erhalten.

Warum ist das wichtig?

  • Kritische Reflexion über den zeitlichen Rahmen der digitalen Euro-Entwicklung
  • Sorge um doppelte Infrastruktur und zusätzliche Kosten für Händler und Banken
  • Appell zur Kooperation mit bestehenden Lösungen statt Entwicklung neuer Systeme

Wer ist betroffen?

  • Nutzer des digitalen Euros
  • Händler
  • Banken

Zahlen/Fakten?

  • Wero hat mehr als 50 Millionen Kunden in Europa, 2,7 Millionen davon in Deutschland.
  • 2024 wird ein Verlust von über 50 Millionen Euro erwartet.
  • Der digitale Euro soll ab 2029 Realität werden.

Wie geht’s weiter?

  • Diskussion über digitale Euro-Pläne und Standards fortsetzen
  • Rollenteilung zwischen digitalem Euro und bestehenden Lösungen anstreben
  • Gesetzesentwurf wird im Juni 2024 im EU-Parlament abgestimmt
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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